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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Sigi Feigel

Zitierung

AfZ: NL Sigi Feigel

Kurztitel

Feigel, Sigi

Bestandsname

Nachlass
Dr. Sigi Feigel
(1921-2004)

Entstehungszeit

1910 - 2004

Umfang

3.25

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Feigel, Sigi

Geschichte / Biografie

Feigel, Sigmund ("Sigi")
15.5.1921 - 28.8.2004
Dr. iur., Anwalt

Geb. in Zürich, israelitisch, als eines von drei Kindern des Leo Feigel, Weisswaren-Verkäufers aus Beresow (Russland), und der Tema Feigel geb. Capitancik; 1933-1939 Kantonsschule in Luzern, dann Aktivdienst und Studium der Jurisprudenz an der Universität Zürich; 1949 Heirat mit Eva Heim und erfolgreicher Abschluss seiner Dissertation "Erziehungszweck im schweizerischen Strafvollzug"; im selben Jahr Übernahme der Konfektionsfabrik H. & A. Heim AG des Schwiegervaters; 1977 Verkauf der Fabrik; 1983 absolvierte Feigel das Anwaltsexamen und eröffnete zusammen mit Jacques Schlegel eine Anwaltskanzlei in Zürich; 1962-1964 Präsident der Augustin Keller-Loge (B'nai B'rith); 1972-1987 Präsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ); er führte in der ICZ das Frauenstimmrecht ein und bemühte sich um eine Öffnung der Gemeinde; ab 1987 Ehrenpräsident der ICZ; 1984-1996 Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG). In diesen Jahren wurden auf seine Initiative hin verschiedene Institutionen und Vereine gegründet: 1975 die "Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz" (GMS), 1978 die "Kommission Lehrmittel Minderheiten" (nachmals Stiftung Erziehung zur Toleranz), 1982 die "Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus" (GRA), 1983 der "Verein für Jugendwohnhilfe", 1998 die "Gemeinschaft zur Unterstützung der Stiftung Solidarische Schweiz". 1991 Amt als Co-Präsident der Arbeitsgruppe "Ja zum Antirassismusgesetz" und 1993 Mitbegründer der "Parlamentarischen Gruppe gegen Fremdenhass und Rassismus". 1992 zusammen mit Nanny Fischhof Begründung des Fischhof-Preises; ab 1999 Mitglied des Schweizer Presserates. Im Kontext seines Engagements gegen Rassismus und Antisemitismus erhielt Feigel verschiedene Auszeichnungen, u.a. 1994 den Prix Courage, verliehen von der Gruppe christlicher Unternehmer; 1998 Ehrendoktor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. 1991-1994 aktive Beteiligung am Abstimmungskampf für die Rassismus-Strafnorm (Art 261bis StGB; auch als Antirassismusgesetz bezeichnet). Ferner prägte er die Debatten über die Flüchtlingspolitik der Schweiz während dem Zweiten Weltkrieg, über die nachrichtenlosen Vermögen sowie die Forderungen nach Wiedergutmachung in den 1990er Jahren (u.a.: Bergier-Kommission und Volcker-Kommission). Gest. in Zürich.

Bestandsübernahme

2005-2008, 2011

Bestandsgeschichte

Der grösste Teil des Bestandes wurde 2005 durch Vermittlung von Dr. Eric Teitler im Archiv für Zeitgeschichte abgeliefert. Es folgten in den Jahren 2005-2008 und 2011 kleinere Nachlieferungen.

Literatur

Obermüller, Klara: Schweizer auf Bewährung, Zürich 1998
Gisler, Andreas: "Die Juden sind unser Unglück." Briefe an Sigi Feigel aus den Jahren 1995-98, Zürich 1999

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografiePersönliche Ausweise und Dokumente von Sigi und Eva Feigel; Schulzeugnisse; Urkunde zur Verleihung des Ehrendoktors der Rechtswissenschaft an der Universität Zürich
TätigkeitReferatstexte; Leserbriefe; öffentliche Auftritte; Stellungnahmen; Unterlagen zur Arbeit beim Schweizer Presserat; Kampagne für die Einführung der Rassismus-Strafnorm
KorrespondenzZuschriften an Sigi Feigel und seine Antwortschreiben
DokumentationPresseausschnitte zu den Themen Antisemitismus und Rassismus in der Schweiz, Rassismus-Strafnorm; öffentliche Auftritte von Sigi Feigel
BilddokumenteFotos betr. Familie von Sigi und Eva Feigel sowie zu öffentlichen Auftritten
TondokumenteAufnahmen von Radiosendungen mit Sigi Feigel; Interview von Klara Obermüller
FilmdokumenteAufnahmen von Fernsehsendungen mit Sigi Feigel; TV-Spot "Aktion gegen Gewalt"

Bewertung/Kassation

AV-Quellen: Fotoserien wurden ausgedünnt und die qualitativ schlechteren Fotos sowie solche ohne Metadaten wurden kassiert. Dasselbe gilt für wenige Film- und Tondokumente, in denen Sigi Feigel nicht zentral vorkam.

Ordnung/Klassifikation

Die bestehende Ordnung wurde grösstenteils übernommen. Ebenso wurde bei der Korrespondenz die Beschriftung der einzelnen Ordner teilweise wörtlich übernommen und in Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt, um Feigels Umgang und auch Wertung der Zuschriften sichtbar zu machen.

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch

Findmittel

2017

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Martina Stähli

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografie
2.: Tätigkeit
3.: Korrespondenz
4.: Dokumentation