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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Paul Schmitz

Zitierung

AfZ: NL Paul Schmitz

Kurztitel

Schmitz, Paul

Bestandsname

Nachlass
Paul Schmitz
alias Dominik Müller
(1871-1953)

Entstehungszeit

ca. 1887 - 1990

Umfang

1,50

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Schmitz, Paul

Geschichte / Biografie

Schmitz, Paul
(Pseudonym: Dominik Müller) 16.1.1871-7.4.1953
Schriftsteller und Mundartlyriker

Geb. in Basel, reformiert, von Fraubrunnen und Basel; Sohn des Paul Othmar Schmitz, Uhrmachers, und der Bertha Luise Cäcilie Schmitz geb. Schabelitz. Schulen in Basel; Studium der Germanistik und Romanistik an den Universitäten Basel und Zürich; Verwendung des Doktor-Titels trotz nicht nachweisbarer Promotion. Gründer des literarischen Vereins "Basilea", 1887-1889 dessen Aktuar. 1894 Heirat mit der Russin Helena Devotschkina (Ehe geschieden); diverse Reisen durch Russland; 1895 Rückkehr in die Schweiz. Verfasser von Theaterrezensionen; Lehrer in Kleinhünigen (BS). 1896 erster Aufenthalt in Berlin, Kontakte mit deutschen Zeitungen. 1899 Reise nach Spanien; Freundschaft mit dem spanischen Dichter Pio Baroja, Übersetzer und Vermittler von dessen Werken; Übersetzer von Friedrich Nietzsche und russischen Schriftstellern ins Spanische; Hauslehrer und Journalist. 1903 Rückkehr nach Basel; 1905 Gründung der offen antisemitischen Zeitschrift "Der Samstag", die bis zum Ersten Weltkrieg erschien; Gedichte und Schriften konservativer und antisemitischer Ausrichtung. 1911 zweite Eheschliessung mit der nach Paris emigrierten russischen Generalstochter Lydia Dechanova in Biarritz; 1910-1913 in Spanien; 1913 Geburt des Sohnes Georg in Basel. Durch die russische Revolution geprägt, Sympathisant rechter, autoritärer Regimes wie in Spanien und im nationalsozialistischen Deutschland. In Basel wurde der Schriftsteller "Dominik Müller" als Mundartdichter und Literat früh gefeiert, war aber als Journalist mehrmals in politische Prozesse verwickelt; offenes Bekenntnis zum Nationalsozialismus, v.a. in der 1939 erschienenen Schrift "Zwischen den Mächten", worauf ihm der Grosse Rat von Basel-Stadt unter dem Vorwurf des Verrats an der schweizerischen Demokratie 1939 die Ehrenpension der Stadt Basel entzog. 1940 Übersiedlung nach Zürich. Gest. in Uerikon (Gemeinde Stäfa).

Bestandsübernahme

1989

Bestandsgeschichte

Dank der Vermittlung von Dr. Oswald Wyss (Küsnacht ZH) konnte der Bestand nach dem Tod des Sohnes Georg Schmitz anlässlich der Auflösung seiner Wohnung in Richterswil zusammen mit den Nachlässen von Lydia Schmitz und Georg Schmitz übernommen werden. Im Bestand fehlen nahezu alle Manuskripte. Hingegen finden sich Materialien zum literarischen Leben in Basel von 1887 bis zum Ersten Weltkrieg. Einblick in seine Lebensverhältnisse und politische Haltung gibt die Korrespondenz.

Literatur

Wamister, Christof: Dominik steht wieder einmal vor dem Nichts. Die Fakten im Fall Paul Schmitz, in: Basler Zeitschrift für Altertumskunde. Hg.: Historische und Antiquarische Gesellschaft zu Basel, Basel, Bd. 111, 2011, S. 173-204.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografiePersönliche Dokumente, Ehrungen, Tagebücher und Notizen, Erinnerungen an seinen Vater, Nachrufe, Literatur über P. Schmitz
TätigkeitLiterarischer Verein "Basilea", "Der Samstag", Rezeptionen zu P. Schmitz und seinem Wirken
PublikationenBücher 1908-1939, Beiträge in Anthologien und Jahrbüchern, Artikel
ManuskripteDiverse Texte und Notizen
KorrespondenzFamilienangehörige, Pio Baroja, Eduard Behrens, Heinz Häberlin u. a.
BilddokumenteS. u. Nachlass Georg Schmitz

Bewertung/Kassation

Die übernommenen Unterlagen wurden weitgehend integral archiviert.

Ordnung/Klassifikation

Die drei Nachlässe Paul, Lydia und Georg Schmitz wurden zusammen übernommen - die Aufteilung in drei separate Bestände erfolgte im AfZ. Diese unmittelbar nach der Übernahme vorgenommene Aufteilung wurde bei der definitiven Erschliessung im Wesentlichen beibehalten, auch wenn sie nicht immer ganz konsequent und nachvollziehbar nachvollziehbar erscheint. So findet sich etwa die Korrespondenz von Paul Schmitz an Lydia Schmitz in seinem Bestand anstatt in jenem von Lydia Schmitz. Fotos von Paul Schmitz hingegen finden sich im Nachlass seines Sohnes Georg Schmitz.

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

 

Findmittel

1990, 2005

Findmittel online

Ja

Untereinheiten

: I. Materialien zur Biographie
: II. Manuskripte und Notizen
: III. Paul Schmitz - Pio Baroja
: IV. Korrespondenz: Familienangehörige
: V. Korrespondenz: Briefe an Paul Schmitz
: VI. Literarische und publizistische Tätigkeit
: VII. Nachlass Paul Schmitz
: VIII. Nachträge