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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB IFZ-Archiv

Zitierung

AfZ: IB IFZ-Archiv

Kurztitel

IFZ-Archiv

Bestandsname

Israelitischer Frauenverein Zürich
gegr. 1878
Archiv
(1886-2003)

Entstehungszeit

1886 - 2003

Umfang

4.30

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Israelitischer Frauenverein Zürich

Geschichte / Biografie

Gegründet wurde der Israelitische Frauenverein Zürich (IFZ) 1878. Die Frauenchevra bildete die Ursprungsform des Israelitischen Frauenvereins Zürich als eine Vereinigung von jüdischen Frauen für Armen- und Krankenhilfe und für den Beistand bei Sterbenden. Ab 1905 konnte ein Mitglied des Vorstandes den Sitzungen der Armenpflege der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) beiwohnen. Nach den Statutenänderungen im Jahre 1931 wurden die Vereinsfrauen dann auch in die Fürsorgekommission der ICZ wählbar. Damit konnten die fürsorgerischen Tätigkeiten des Frauenvereins und der Gemeinde besser koordiniert werden.
Eine wichtige Aufgabe des IFZ war die Führung des Kinderheims Wartheim in Heiden AR. Auf die Initiative der damaligen Präsidentin Berty Guggenheim wurde das Kinderheim am 9. Februar 1927 eröffnet. Die Augustin-Keller-Loge stellte dem IFZ unentgeltlich eine Liegenschaft in Heiden für das Kinderheim zur Verfügung. Der Frauenverein verpflichtete sich im Gegenzug während den Sommerferien die von der AKL organisierten Ferienkolonien im Heim durchzuführen. Den Heimleitern, die angestellt wurden, kam die pädagogische Leitung und die religiöse Betreuung der sich dort aufhaltenden Kinder zu. Sie waren auch verpflichtet, die Kaschruth und die Aufrechterhaltung der jüdischen Tradition zu überwachen. Im 2. Weltkrieg diente das Heim auch als Flüchtlingsheim für Kinder. U. a. wurden vierzig Kinder aus der 300-Kinderaktion des Schweizerischen Hilfswerks für Emigrantenkinder (SHEK) aufgenommen.
Im Februar 1987 wurde das Kinderheim Wartheim geschlossen. Begründet wurde die Schliessung des Heims mit der rückläufigen Tendenz der Heimeinweisungen. Diese Entwicklung hing wohl damit zusammen, dass sich anstelle der Heimbetreuung neue pädagogische Modelle durchgesetzt hatten, die es den Kindern eher ermöglichten, in ihren eigenen Familien aufzuwachsen.
Der Israelitische Frauenverein Zürich besteht 2011 noch als selbständiger Verein und geht einer Fürsorgetätigkeit nach. Er verfolgt Belange jüdischer Frauen u. a. mit Kursen und Vortragstätigkeiten. Jüdische Traditionen wie Maon Jom und Chewra Kadisha werden sehr gepflegt.

Präsidentinnen:
- Wwe. Simon Pollag (1878-1888)
- Frau Raphael Lang (1888-1890)
- Rosa Loeb-Bernheim (1890-1900, 1920-1924)
- Helene Bloch-Wolfers (1900-1906)
- Sophie Abraham-Vogel (1906-1913, 1924-1926)
- Sarah Biedermann-Strauss (1913-1920)
- Berty Guggenheim-Wyler
- Lotte Zucker-Kochmann (1953-1963)
- Rita Marx-Gut (1963-1972)
- Sonja Weintraub (1972-1980)
- Myrthe Dreyfus (1980-1986)
- Marianne Burstin / Ruth Bloch (1986-1990)
- Nadine Berg (1990-1992)
- Emmi Thurnhuber (1992-1994)
- Esther Rosenblatt / Scheva Mandel (1994-2000)
- Irene Kalfuss / Liliane Taus (2002-2004)
- Liliane Taus 2004-

Literatur:
- Brunschwig, Annette et al.: Geschichte der Juden im Kanton Zürich. Von den Anfängen bis in die heutige Zeit, Zürich 2005
- Israelitischer Frauenverein Zürich (Hg.): Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Israelitischen Frauenvereins Zürich, Zürich 1953
- http://www.icz.org/templ.php?id=118, 17.3.2011 (Artikel zum Frauenverein)

Bestandsübernahme

2009

Bestandsgeschichte

Anlässlich der Konferenz des BSJF im AfZ vom 2.3.2008, bot Liliane Tauss, Präsidentin des Jüdischen Frauenvereins Zürich, dem AfZ das Vereinsarchiv des IFZ an. Sie war es denn auch, die im Februar 2009 den Bestand dem AFZ übergab.
Der Bestand dokumentiert die Vereinstätigkeit des IFZ von der Gründung 1878 bis 2003 und zeigt eine enge Verknüpfung mit der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich. Die Unterlagen weisen aber auch einige Lücken auf, u. a. fehlen einige Handakten der Präsidenten, bei den Vorstandsprotokollen die Jahre 1973-Feb. 1984, 1992-1993, bei den Protokollen der Generalversammlung die Jahre 1977-1981, 1983, 1985, 1987. Die Korrespondenz des Vorstandes ist erst ab 1961 erhalten und sie enthält insbesondere Verdankungen von Geldspenden. Einen Themenschwerpunkt des Bestandes bildet das Kinderheim Wartheim, das auch ausführlich dokumentiert ist und die Tätigkeit des IFZ in der Kinder- und Jugendfürsorge und auch die Betreuung von Flüchtlingskindern während des 2. Weltkrieges zeigt. Bei diesem Teilbestand fehlen die Protokolle der Jahre 1946-1952 und 1973-1983. Des Weitern finden sich Unterlagen zur Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Hilfswerk für Emigrantenkinder (SHEK) 1944-1945.

Literatur

- Brunschwig, Annette et al.: Geschichte der Juden im Kanton Zürich. Von den Anfängen bis in die heutige Zeit, Zürich 2005
- Israelitischer Frauenverein Zürich (Hg.): Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Israelitischen Frauenvereins Zürich, Zürich 1953
- Grandner, Margarete / Saurer, Edith: Geschlecht, Religion, und Engagement. Die jüdischen Frauenbewegungen im deutschsprachigen Raum. 19. und frühes 20. Jahrhundert, Wien / Köln / Weimar 2005
- Weingarten-Guggenheim, Elisabeth: Zwischen Fürsorge und Politik. Geschichte des Bundes Schweizerischer Jüdischer Frauenorganisationen, Zürich 1999
- Weingarten-Guggenheim, Elisabeth: Jüdische Lebenswelt Schweiz. 100 Jahre Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG), Die jüdische Frauenbewegung in der Schweiz 1904-2004, Zürich 2004

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

GründungsaktenStatuten
GeschäftsaktenProtokolle des Vorstandes und der Generalversammlung, Protokolle des Kinderheims Wartheim
HandaktenHandakten von Präsidentinnen: Berty Guggenheim-Wyler, Sonja Weintraub, Myrthe Dreyfuss
Korrespondenz und PersonendossiersFürsorgeakten von Heimkindern
TätigkeitFlüchtlings-und Armenfürsorge, Kinder- und Jugendfürsorge, Betreibung des Kinderheims Wartheim in Heiden
DokumentationZeitungs- und Zeitschriftenartikel zur IFZ und zum Kinderheim Wartheim

Bewertung/Kassation

Doppel, qualitativ schlechte Fotos, Lieferscheine

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

deutsch, französisch, englisch

Findmittel

2011

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Ildikó Kovács

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Statuten
2.: Organe
3.: Öffentlichkeitsarbeit
4.: Tätigkeitsbereiche
5.: Dokumentation