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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Elisabeth Eidenbenz

Zitierung

AfZ: NL Elisabeth Eidenbenz

Kurztitel

Eidenbenz, Elisabeth

Bestandsname

Nachlass
Elisabeth Eidenbenz
(1913-2011)

Entstehungszeit

1910 - 2011

Umfang

1,20

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Eidenbenz, Elisabeth

Geschichte / Biografie

Eidenbenz, Elisabeth
12.6.1913-23.5.2011

Geb. 12.6.1913 in Wila (ZH), gest. 23.5.2011 in Zürich; Tochter des Johann Albrecht und der Marie Elisabeth geb. Hess; Schulen in Wila und Stäfa. Ausbildung am Lehrerinenseminar in Zürich. Anstellung als Lehrerin in der Schweiz. Ab April 1937 Weiterbildung an der Hochschule Danebod in Fynshav (DK); Jan. 1938 bis Feb. 1939 Arbeit für die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Spanienkinder (SAS) in Madrid und Valencia, die im Januar 1940 der Dachorganisation Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK) zugeordnet wurde (ab 1942 Schweizerisches Rotes Kreuz, Kinderhilfe). März-Sept. 1939 Gründung und Leitung der Maternité Suisse in Brouilla (F). Ab Okt. 1939 bis April 1944 in Elne (F). Dort konzentrierte sich die Arbeit zunächst auf Flüchtlingsfrauen aus Spanien und später aus ganz Europa, welche zum grössten Teil aus Internierungslagern kamen, u.a. Argelès-sur-Mer, Saint Cyprien, Rivesaltes. 1946-1975 Gründung und Leitung des Schweizer Hauses Hadersdorf, einem Säuglings- und Kleinkinderheim in Wien unter dem Patronat des Hilfswerkes der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS). Elisabeth Eidenbenz wurde für ihre Tätigkeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. Ehrung als "Gerechte unter den Völkern"durch Yad Vashem, Elne, 22.3.2002; Verleihung der "Medalla de oro de la Orden civil de la solidaridad", Madrid, 14.2.2006; Ernennung zum Ritter der französischen Ehrenlegion, Wien, 15.5.2007.

Bestandsübernahme

2000, 2008-2011

Bestandsgeschichte

Elisabeth Eidenbenz übergab 2000 dem Archiv für Zeitgeschichte (AfZ) erste Unterlagen. Vermittelt wurde die Schenkung von Dr. Richard Gilg, dem ehemaligen Delegierten der Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Toulouse (F). Zwei weitere Lieferungen erfolgten 2008 und 2009 durch Hans Eidenbenz bzw. Walter Eidenbenz. Zudem erhielt das AfZ 2009 von Elisabeth Eidenbenz die Genehmigung, digitale Kopien ihrer vier persönlichen Fotoalben anzufertigen. Die Originale gingen als Schenkung an die Stadt Elne (F). 2010 übergab Verena Rueff-Eidenbenz dem AfZ Briefe ihrer Mutter Gertrud Eidenbenz-Leemann, die sie von ihrer Schwägerin Elisabeth Eidenbenz erhalten hatte. Nach dem Tod von Elisabeth Eidenbenz wurde dem AfZ von Walter Eidenbenz und Paul Hess weiteres Archivmaterial abgeliefert. Das AfZ trat der Stadt Elne vier Ehrenmedaillen als Schenkung ab, die im Museum der Maternité Suisse ausgestellt sind.
Neben zahlreichen Ehrungen enthält der Bestand vor allem Material betreffend die Geschichte der Maternité Suisse in Elne und der Tätigkeit von Elisabeth Eidenbenz als Leiterin dieser Institution. Dazu gehören sowohl Fotos und Korrespondenzen ehemaliger Schützlinge als auch zahlreiches Dokumentationsmaterial, u.a. Presseartikel, Schularbeiten etc.
Kern des Bestandes bilden die Unterlagen aus der Zeit der Tätigkeit in Spanien und Frankreich, besonders zu erwähnen sind die vier Fotoalben. In den Alben finden sich Kontaktabzüge von Paul Senn, der vor und während des Zweiten Weltkriegs die Arbeit der Flüchtlingshelfer- und helferinnen in Spanien und Frankreich in mehreren Fotoreportagen dokumentiert hat (vgl. www.paulsenn.ch). Der Nachlass bildet eine wichtige Ergänzung zu anderen im AfZ erhaltenen Beständen ehemaliger Mitarbeiterinnen der Kinderhilfe, u.a. Friedel Bohny-Reiter, Anne-Marie Im Hof-Piguet, Elsbeth Kasser, Elsa Lüthi-Ruth, Emma Ott, Ruth von Wild.
Dr. Helena Kanyar hat den Bestand für die Ausstellung "Die humanitäre Schweiz 1933-1945. Kinder auf der Flucht", Universität Basel, 31.10.-19.12.2003 und für die Publikation Kanyar, Helena (Hg.): Vergessene Frauen. Humanitäre Kinderhilfe und offizielle Flüchtlingspolitik 1917-1948, Basel 2010 verwendet.

Literatur

- Castanier i Palau, Tristan: Femmes en exil, mères des camps. Elisabeth Eidenbenz et la Maternité Suisse d'Elne (1939-1944), Édition Trabucaire, Canet 2008
- Kanyar, Helena (Hg.): Vergessene Frauen. Humanitäre Kinderhilfe und offizielle Flüchtlingspolitik 1917-1948, Basel 2010
- Legrais, Hélène: Les enfants d`Elisabeth, Paris 2007
- Montellà, Assumpta: La Maternitat d`Elna. Bressol dels Exiliats, Badalona 2005
- Schmidlin, Antonia: Eine andere Schweiz. Helferinnen, Kriegskinder und humanitäre Politik 1933-1942, Zürich 1999
- [Senn, Paul]: Von Valencia nach Madrid. Unser Mitarbeiter mit den Wagen der «Ayuda Suiza» unterwegs, in: Zürcher Illustrierte, (Nr. 25/18.6.1937), S. 772-773 [weitere Bildberichte aus Spanien 1937-1939 vgl. www.paulsenn.ch]
- Senn, Paul: In guten Händen, in: Sie und Er, (Nr.10/6.3.1942), S. 291-293
- Senn, Paul: Lass die Linke nicht wissen, was die Rechte tut, in: Der Aufstieg, Bern, Jg. 23 (Nr. 10/10.4.1942), S. 228-229
- [Senn, Paul]: Das Zeitalter des Fortschritts. Die Hölle auf Erden, in: Der Aufstieg, Bern, Jg. 23 (Nr. 18/5.6.1942), S. 420-421, S. 423

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieUnterlagen zur Familiengeschichte, Persönliche Dokumente, Ehrungen, Interview
TätigkeitBerichte und Broschüren des Internationalen Zivildienstes, der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Spanienkinder (SAS) und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK); Korrespondenz und Berichte von Elisabeth Eidenbenz betr. die Maternité Suisse in Elne (F)
BilddokumentePersönliche Alben (1937-1944), welche die Tätigkeit für die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Spanienkinder (SAS), die Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK) und (ab 1942) die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes in Spanien und Südfrankreich v.a. in der Maternité Suisse in Elne dokumentieren. Einzelaufnahmen von Ehrungen, Gedenkanlässen und Ausstellungen. Fotos ehemaliger betreuter Flüchtlinge, Porträtaufnahmen von Elisabeth Eidenbenz
DokumentationPresseartikel, Schularbeiten, Unterlagen der Association Hélen`Arts [Association des Descendants et Amis de la Maternité d`Elne (DAME)]
KorrespondenzenKorrespondenz mit ihren Eltern und ihrer Schwägerin Gertrud Eidenbenz-Leemann aus der Maternité Brouilla und Elne 1939-1940 bzw. 1943-2010; Privatkorrespondenz u.a. mit ehemaligen Flüchtlingen 2002-2006
Audiovisuelle DokumentationFilmbeiträge des katalanischen Fernsehens (TV3), Dokumentarfilm über das Internierungslager "Camp d`Argelès" in Argelès-sur-Mer (F)

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, dänisch, französisch, katalanisch, spanisch

Findmittel

2006, 2012

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Daniel Schwane, Philippe Oggier

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografisches Material
2.: Tätigkeiten
3.: Dokumentationsmaterial
4.: Fotos