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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL August R Lindt

Zitierung

AfZ: NL August R Lindt

Kurztitel

Lindt, August R.

Bestandsname

Teilnachlass
Dr. iur. August R. Lindt
(1905-2000)

Entstehungszeit

ca. 1905 - 2002

Umfang

2.50

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Lindt, August R.

Geschichte / Biografie

Lindt, August R.
5.8.1905-14.4.2000
Dr. iur., Diplomat, Publizist

Geb. in Bern; Studium der Jurisprudenz in Bern und Genf, 1928 Promotion. 1929-1932 Tätigkeit bei Banken in Paris, Berlin und London. 1932-1940 Auslandkorrespondent verschiedener schweizerischer, deutscher und englischer Zeitungen in der Mandschurei (1932), Palästina und Transjordanien (1933), Irland (1934), Liberia (1935-1936), den Ländern des Persischen Golfs (1937), Tunesien und Rumänien (1939) und Finnland (1940). 1940 Aktivdienst, dabei Mitglied des "Offiziersbundes" und der daraus entstandenen "Aktion Nationaler Widerstand". 1941-1945 Chef des Aufklärungsdienstes in der Sektion "Heer und Haus" des Armeekommandos. 1945-1946 Sonderdelegierter des IKRK in Berlin. 1946-1953 als Presse- und Kulturattaché an der Schweizer Gesandtschaft in London tätig. 1952 Präsident des UNICEF-Exekutivrats; 1953-1956 schweizerischer Beobachter bei den Vereinten Nationen; 1956-1960 Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. Ab 1960 Schweizer Botschafter in den USA; 1963-1966 erster Delegierter des Bundesrats für technische Zusammenarbeit; 1966-1969 Botschafter in der Sowjetunion (sowie für die Volksrepublik Mongolei). 1968-1969 Generalkommissar des IKRK für die Hilfsoperation im Bürgerkrieg zwischen Nigeria und Biafra ("Biafra-Krieg"). 1969-1970 Botschafter in Indien und Nepal. Nach seinem Rücktritt aus dem diplomatischen Dienst 1972-1975 persönlicher Berater des Präsidenten von Ruanda, danach Rückkehr nach Bern. Neben publizistischen Tätigkeiten 1971-1977 Präsident des Internationalen Kinderhilfsfonds, 1988-1992 tätig für das Comité pour la Reconstruction en Afghanistan und 1977-1995 für den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK). Gest. in Bern.

Bestandsübernahme

1981, 1993, 1998

Bestandsgeschichte

Als Spitzendiplomat (UNO, EPD, IKRK), Mitglied von "Offiziersbund" und "Aktion Nationaler Widerstand", Chef des Aufklärungsdienstes (Sektion "Heer und Haus" des Armeekommandos) sowie als Pionier des Fotojournalismus war August R. Lindt ein bedeutender Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Der Teilnachlass besitzt drei Schwerpunkte: Erstens dokumentiert er die Tätigkeit Lindts als Chef des von ihm aufgebauten Aufklärungsdienstes (Sektion "Heer und Haus" des Armeekommandos), dem zentralen Instrument der Geistigen Landesverteidigung in den Jahren 1940-1945. Zweitens dokumentiert er die Hilfsoperation des IKRK im Bürgerkrieg zwischen Nigeria und Biafra ("Biafra-Krieg"), die Lindt als Generalkommissar 1968-1969 leitete. Der dritte Schwerpunkt besteht in einem umfangreichen Fotobestand aus den 1930er Jahren, als Lindt als Auslandkorrespondent arbeitete. Ein weiterer Teilnachlass von August R. Lindt befindet sich im Bundesarchiv Bern. Seine Bestandssignatur lautet J I.204 (-) (1967)-(1982); er umfasst 0.5 Laufmeter. Er enthält "Briefe, Diverses, Zeitungsausschnitte, Notizbücher". Das Findmittel dazu ist nicht publiziert.

Literatur

August R. Lindt. Patriot und Weltbürger, hg. Wilhelm, Rolf, Gygy, Pierre, Iseli, Esther, Vogelsanger, David, Bern, Stuttgart, Wien: Haupt, 2002.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieDankesurkunden, persönliche Erinnerungen, Ehrungen, Interviews, u. a.
TätigkeitSonderkorrespondent 1932-1940, Aufklärungsdienst der Sektion "Heer und Haus", IKRK (Biafra 1968-1970, Afghanistan), Hilfsorganisationen in Südafrika, Äthiopien, Burundi
PublikationenIm Sattel durch Mandschukuo. Als Sonderberichterstatter bei Generälen und Räubern, Leipzig 1934; Sardinenoel gegen Wodka. Erinnerungen eines Schweizer Diplomaten, Freiburg 1998; Die Schweiz das Stachelschwein. Erinnerungen, Bern 1992; Generale hungern nie. Geschichte einer Hilfsaktion in Afrika, Bern 1983. Politics in the Persian Gulf. London: The Royal Central Asian Society, 1939; Presseartikel, Reiseberichte (Finnland, Liberia, Mandschurei, Mongolei, Nepal, Persischer Golf, Rumänien, Tunesien)
ManuskripteReisetagebücher (Palästina 1933, Deutschland 1945), Buchprojekt Liberia
PersonendossiersKarl Barth, Willy Bretscher, Gustav Däniker sen., Philipp Etter, Hans Hausamann, Karl Kobelt, Roger Masson, Marcel Pilet-Golaz u. a.
SachdossiersGeheim-Berichte 1940/41, "Offiziersbund", "Aktion Nationaler Widerstand", Zweiter Weltkrieg (Länderdossiers)
BilddokumenteMandschurei 1932/33, Palästina, Jordanien, persische Golfstaaten 1933, Irland 1936, Liberia 1936, Tunesien 1939, Rumänien 1939, Finnland 1939/40; Ungarn 1956-1957, Biafra Konflikt 1968-1970

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

Die Fotodossiers umfassen meist thematische Unterdossiers - verzeichnet sind nur die Unterdossiers, nicht jedoch die einzelnen Fotos, welche aber teilweise mit Bildlegenden versehen sind.

Zugang

Benutzbarkeit

Gesuchspflichtig

Sprache(n)

 

Findmittel

1981, 1994, 1998, 2007

Findmittel online

Nein

Sachverwandte Unterlagen

Verwandtes Material

Ein weiterer Teilnachlass von August R. Lindt befindet sich im Schweizerischen Bundesarchiv unter der Signatur J1.204.

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Jonas Arnold; Silvan Abicht

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel