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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Else Freistadt Herzka

Zitierung

AfZ: NL Else Freistadt Herzka

Kurztitel

Freistadt Herzka, Else

Bestandsname

Nachlass
Dr. phil. Else Freistadt Herzka
(1899-1953)

Entstehungszeit

1883 - 1997

Umfang

2.00

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Freistadt Herzka, Else

Geschichte / Biografie

Freistadt Herzka, Else
3.6.1899-24.11.1953
Dr. phil., Psychologin

Geb. in Wien als zweites von sechs Kindern des Wilhelm und der Rosalie Freistadt, geb. Grünberg; Schulen in Wien; 1920-1924 Studien in deutscher und französischer Literatur, in Philosophie und Psychologie. Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychologin Charlotte Bühler im Bereich Jugendpsychologie und Frauenemanzipation; Mitarbeiterin von Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologie. Kontakte zu Persönlichkeiten des Geisteslebens (u. a. Oswald Ewald, Erwin Wexberg und Viktor Frankl). 1927/28 Dozentin an der Volkshochschule Wien; 1928-1931 Französischlehrerin. 1931 Heirat mit Hans Herzka (7.11.1899-26.3.1977); 1935 Geburt von Heinz Stefan Herzka, des späteren Gründers der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Zürich. 1938 Flucht der Familie Herzka in die Schweiz; 1938-1941 Aufenthalt in Amden (SG); jahrelanger Kampf gegen die Ausweisung aus der Schweiz und für eine Einreiseerlaubnis Grossbritanniens oder der USA. Kontakte E. Herzkas zu Antonia Wolff und C. G. Jung; dank der Unterstützung von Freunden trotz Arbeitsverbot Veröffentlichungen (Artikel und Buchbesprechungen). 1941 wegen einer Augenkrankheit Übersiedlung nach Zürich; 1943 nach Entzug der zürcherischen Aufenthaltsbewilligung in Genf wohnhaft. Am 21.12.1945 Geburt der Tochter Ines Katrin, welche jedoch nach drei Monaten an Kindstod starb. 1950 Arbeitsbewilligung und Dauerasyl. Kurse zu psychologischen, philosophischen und religiösen Themen; Beratung für Eltern mit Erziehungsschwierigkeiten. Gest. in Zürich.


Herzka, Hans
7.11.1899-26.3.1977

Geb. in Wien als jüngstes Kind des Heinrich Herzka und der Rosalie Herzka; Schulen in Wien. 1917 Freiwilligeneinsatz in Jugoslawien während des Ersten Weltkriegs und Kriegsgefangenschaft. Nach der Rückkehr als Goldschmied im Betrieb des Vaters tätig. Besuch von Kursen an der Universität Wien in Nationalökonomie und der Hochschule für Welthandel in Buch- und Bilanzrevision. In den 1930er Jahren selbstständiger Experte für grosse Betriebe (u.a. Ankerbrotfabrik, Konzern G. Roth A.G., etc.). Leitung des Auslandgeschäfts einer Juwelenfirma in Jugoslawien. Geburt von Heinz, Emigration und Kampf um die Ausweisung siehe bei Else Freistadt Herzka. In der Schweiz zunächst Arbeitsverbot. In den 1950er Jahren Buchhalter einer Lebensmittelfirma. 1963 Auswanderung nach Israel. Gestorben am 26. März 1977 während eines Besuchs in Zürich.

Bestandsübernahme

1997

Bestandsgeschichte

Der Nachlass von Else und Hans Herzka wurde dem Archiv für Zeitgeschichte 1997 übergeben. Beatrice Uehli-Stauffer hat im Rahmen ihrer Dissertation den Bestand bereits vorgeordnet und ein Grobverzeichnis erstellt.
Einen Grossteil des Nachlasses umfassen die Tagebücher von Else Freistadt-Herzka und deren Transkriptionen. Ebenfalls viel Material ist von Elses Tätigkeiten erhalten, zum Beispiel Referate, veröffentliche Arbeiten und Manuskripte. Das Material von Hans Herzka ist spärlicher. Von ihm sind ebenfalls Tagebücher überliefert, welche jedoch erst 1952 beginnen. Ansonsten liegen seine Zeugnisse, Briefe und Fotos vor. Umfangreich ist die Korrespondenz, welche Else und Hans Herzka während der Emigration mit Ämtern im In- und Ausland und mit Privatpersonen geführt haben. Die Klasse Familienchronik umfasst Materialien, welche Heinz Stefan Herzka zu seinen Eltern gesammelt hat. Darunter befindet sich auch ein Fotoalbum.

Literatur

Beatrice Uehli Stauffer: Mein Leben leben. Else Freistadt Herzka 1899-1953. Zwischen Leidenschaft, Psychologie und Exil, Wien 1995.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieBeileidsschreiben und Nachrufe; Familienchronik; Familienarchiv: Unterlagen zu Hans Herzka (Aufsätze, Korrespondenz, Tagebücher u. a.) und Heinz Stefan Herzka
TätigkeitKursunterlagen
Publikationen"Die Lyrik von Hieronymus Lorm", Dissertation Universität Wien, 1924; Artikel zu psychologischen, philosophischen, pädagogischen und religiösen Themen (Arbeiten über C. G. Jung und Individualpsychologie, Artikelserie "Kindheit und Charakter" u. a.); Buchrezensionen Manuskripte Tagebücher 1917-1941, Entwürfe und Manuskripte
KorrespondenzMit Behörden (Gesuche um Einreise nach Grossbritannien, Schweizer Fremdenpolizei); mit Zeitungs- und Zeitschriften-Verlagen; Viktor Frankl, Rita und Willi Gonzenbach, Leonhard Ragaz, Inès und Hans Spring, Alex von Muralt, Erwin Wexberg, Verwandten und Freunden aus Wien

Bewertung/Kassation

Doppel, Arbeitsmaterialien von Beatrice Uehli-Stauffer, Bücher von Else Freistadt-Herzka

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, englisch

Findmittel

1997, 2010

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Lea Ingber

Vorverzeichnung

Verzeichnis zum Nachlass Else Freistadt-Herzka, erstellt von Frau Beatrice Uehli Stauffer im Zusammenhang mit ihrer Dissertation und Übergabe des Nachlasses an das Archiv für Zeitgeschichte, Zürich 1997

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografisches Material
2.: Tätigkeiten
3.: Korrespondenz
4.: Verzeichnis
5.: Publikationen