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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Ernst Jucker

Zitierung

AfZ: NL Ernst Jucker

Kurztitel

Jucker, Ernst

Bestandsname

Nachlass
Ernst Jucker
(1891-1976)

Entstehungszeit

1916 - 2015

Umfang

0.10

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Jucker, Ernst

Geschichte / Biografie

Jucker, Ernst
21.5.1891-19.2.1976
Sekundarlehrer, Seminarleiter, Dozent

Geb. in Dickbuch (Gemeinde Hofstetten ZH), reformiert, von Schlatt ZH, Sohn des Emil Jucker, Fabrikaufsehers in Winterthur, und der Magdalena geb. Wanner. 1917 Heirat mit Sophie (Sonja) Kucks, Ärztin, aus Irkutsk. Lehrerseminar in Küsnacht ZH, weitere Ausbildung zum Sekundarlehrer an der Universität Zürich, wo er die russische Medizinstudentin Sophie Kucks kennenlernte. Sekundarlehrer in Tann. Oktober 1916 Reise nach Irkutsk, nachdem Sophie bereits vorausgereist war. Verhinderung der Rückreise durch die Revolutionswirren. 1917 Niederlassung in Tomsk, Tätigkeit als Englischdozent. 1922 mit der Leitung des Volksschulwesens im Bezirk Tomsk betraut, 1923 Eröffnung eines Lehrerseminars (Pädagogisches Technikum Tomsk), das er sieben Jahre leitete, 1926 Berufung an die Technische Hochschule (Dozent für Pädagogik), 1927 als parteiloses Mitglied ins Exekutivkomitee der westsibirischen Regierung berufen. 1931 Umzug nach Samara und Antritt einer Stelle am Forschungsinstitut für wissenschaftliche Pädagogik. 1932 Flucht mit seiner Familie in die Schweiz, ab 1933 erneut Sekundarlehrer in Tann. Kritische publizistische Auseinandersetzung mit dem Stalinismus, teils unter dem Pseudonym Richard Hart. "Russland-Jucker", wie er auch genannt wurde, hielt Vorträge über Russland im Rahmen der geistigen Landesverteidigung bei bürgerlichen Parteisektionen und Offiziersgesellschaften, vor Lehrern, in der Volkshochschule des Kantons Zürich, ab Jahreswende 1939/40 auch für die Sektion Heer und Haus in der Armee. Mitglied der Demokratischen Partei. 1950 Gründung der Vereinigung für freies Unternehmertum (VfU) zusammen mit drei weiteren Persönlichkeiten. Gest. in Tann (Gemeinde Dürnten ZH).

Bestandsübernahme

2015

Bestandsgeschichte

1993 hat Ernst M. Jucker, Sohn des Aktenbildners, die Korrespondenz seines Vaters aus Russland mit seinem in Fägswil-Rüti ZH lebenden Bruder Emil sowie einige ergänzende Unterlagen (Manuskripte etc.) der Osteuropahistorikerin Christiane Uhlig überlassen, welche im Zusammenhang mit ihrer Dissertation über Schweizer Reiseberichte aus der Sowjetunion in den Jahren 1917-1941 auf Jucker gestossen war. 2015 hat Christiane Uhlig die Unterlagen dem Archiv für Zeitgeschichte übergeben.

Literatur

Uhlig, Christiane: "Nicht dass es schlecht wäre, aber es ist, wie alles hier, nicht fertig". Das Russlandbild schweizerischer Aufbauhelfer in der Sowjetunion 1917 bis 1939, in: Brang, Peter / Goehrke, Carsten / Kemball, Robin / Riggenbach, Heinrich, Hg.: Bild und Begegnung. Kulturelle Wechselseitigkeit zwischen der Schweiz und Osteuropa im Wandel der Zeit, Basel und Frankfurt a. Main: Helbing & Lichtenhahn, 1996, S. 105-123

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

Korrespondenzmit Emil Jucker (Bruder), weiteren Familienmitgliedern, Heinrich Keller-Kron, Verlagen und Behörden
Publikationen und Manuskriptev.a. zum Leben in Sibirien (Tomsk) sowie zum russischen Schulwesen

Bewertung/Kassation

Die übergebenen Unterlagen wurden integral archiviert.

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

Deutsch

Findmittel

2016

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Sonja Vogelsang

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Korrespondenz
2.: Manuskripte
3.: Dokumentation