Merkliste anzeigen Detail
Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB CJA-Archiv

Zitierung

AfZ: IB CJA-Archiv

Kurztitel

CJA-Archiv

Bestandsname

Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) in der Schweiz -
Archiv

Entstehungszeit

1949 - 2000

Umfang

2.50

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) in der Schweiz

Geschichte / Biografie

Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) in der Schweiz
Gegr. 1946 (bis 1948: Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus)

Im November 1945 traf sich im evangelischen Sozial - und Flüchtlingsheim "Sonnenblick" in Walzenhausen (AR) eine Gruppe von Juden und Christen, darunter die beiden Flüchtlingshelfer Paul Vogt und Gertrud Kurz, um den Ursachen der Shoa nachzugehen. In einer Erklärung verurteilte sie den Antisemitismus und das passive Verhalten der Christen und Kirchen gegenüber dem Nationalsozialismus und forderte zur aktiven Bekämpfung des Antisemitismus und seiner Wurzeln auf. Die auf diesem Hintergrund im April 1946 ins Leben gerufene "Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus" machte es sich zur Aufgabe, den Dialog zwischen Juden und Christen zu fördern und dem Antisemitismus in all seinen Ausprägungen entgegen zu treten. 1948 umbenannt in "Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) in der Schweiz", setzte sie sich fortan für die Verbannung antijudaistischer Inhalte aus Lehrmitteln und Predigten ein, engagierte sich in der Lehrerfortbildung und organisierte öffentliche Vorträge und Tagungen zum Judentum und Aspekten des christlich-jüdischen Verhältnisses.
Obgleich der Hauptfokus der CJA auf theologischen und interreligiösen Fragestellungen lag, griff sie auch regelmässig ins Tagesgeschehen ein, wenn antisemitische oder anti-israelische Tendenzen zum Vorschein kamen. So intervenierte sie regelmässig gegen antisemitische Publikationen, engagierte sich gegen den ab den 1970er Jahren erstarkenden Anti-Israelismus und bezog in den 1990er Jahren im Rahmen der Kontroverse über die Schweiz im Zweiten Weltkrieg Stellung gegen neu aufkeimende antijüdische Ressentiments. Ihre Aufgaben führte sie in enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen durch, vor allem mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) und den beiden grossen Schweizer Landeskirchen. Auf internationaler Ebene gehörte die CJA dem Dachverband christlich-jüdischer Organisationen, dem International Council of Christians and Jews (ICCJ), an.

Ende der 1990er Jahre stürzte die CJA aufgrund interner Konflikte in eine langanhaltende Krise, die den Dachverband weitgehend handlungsunfähig machte, mit der Folge, dass ihre Arbeit grösstenteils nur noch in den Ortsgruppen weitergeführt wurde. Mit der Wahl eines neuen Vorstandes unternahm die CJA Schweiz im Oktober 2010 einen ersten Schritt in Richtung Neuanfang.

Bestandsübernahme

1999, 2007, 2011

Bestandsgeschichte

1999 übergab Eduard Gerber, ehemaliger Präsident der CJA Schweiz (1981-1986), dem AfZ rund 2 Lfm an Unterlagen, auf die 2007 weitere 1.5 Lfm folgten. Davon stammten rund 0.2 Lfm aus seiner Tätigkeit als Präsident und Zentralvorstandsmitglied der CJA Schweiz. Die restlichen Unterlagen stammten aus seiner Tätigkeit als Präsident und Zentralvorstandsmitglied der CJA-Ortsgruppe Bern, sowie aus weiteren institutionellen und privaten Tätigkeiten. Die Unterlagen zur CJA Schweiz wurden vom AfZ übernommen und in das CJA-Archiv eingegliedert. Die übrigen Akten übergab das AfZ dem Staatsarchiv Bern, in dem sich der umfangreiche Nachlass Eduard Gerbers befindet.
2011 erhielt das AfZ von Käthi Frenkel, Generalsekretärin der CJA Schweiz, Unterlagen zur CJA Schweiz aus den Jahren 1949-2000. Dabei handelte es sich um die Handakten der Präsidenten Rudolf Brändle (1986-1993), Georges Braunschweig (1993-1997) und Albert Frey (1997-2001), Akten der Zentralkassiere Martin Haueter und Willy Vogelsang, sowie eine Sammlung von Bulletins der CJA Schweiz. Gemäss Auskunft von Lukas Hohl, Zentralvorstandsmitglied der CJA Schweiz, bei dem die Unterlagen bis 2011 gelagert waren, befanden sich die Unterlagen bis 2007 im Besitz von Albert Frey.
Die Akten des Zentralsekretariats der CJA Schweiz von 1958 bis 1996 liegen beim ebenfalls im AfZ befindlichen Nachlass von Ernst Ludwig Ehrlich, der während dieser Jahre das Amt des Zentralsekretärs ausübte. Nach Ehrlichs Rücktritt 1996 wurde das Amt des Zentralsekretärs nicht mehr neu besetzt. Frühe Unterlagen der CJA bis in die 1970er Jahre befinden sich des weiteren vor allem in den Beständen des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) und im JUNA-Archiv.

Literatur

- Schweizer Bischofskonferenz, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund, Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund [Hg.]: Der Grundstein jüdisch-christlicher Begegnung ist gelegt! 60 Jahre Seelisberger Thesen, Bern etc. 2007

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

Bulletins"Christlich-Jüdisches Forum"; "Bulletin der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz"; u.a.
FinanzenJahresrechnungen; Buchhaltungsunterlagen; Rechnungen; Belege; Bankauszüge; u.a.
HandaktenHandakten von Präsidenten und Zentralkassieren
KorrespondenzInterne Korrespondenz; Korrespondenz mit CJA-Ortsgruppen; Korrespondenz mit anderen Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen
MitgliedschaftInternational Council of Christians and Jews (ICCJ); Exekutivkomitee (EXKO) von Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI), Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz (CJA), Keren Hajessod (KH) und Schweizer Israelitischer Gemeindebund (SIG); Evangelisch-Jüdische Arbeitsgruppe (EJAG) des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG); Jüdisch-Römisch-Katholische Gesprächskommission (JRGK) der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG); Forum Helveticum; Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR)
TätigkeitFörderung des christlich-jüdischen Dialogs, Bekämpfung des Antijudaismus und Antisemitismus
AktionenSpendenaktion für Opfer des Holocaust

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

Eduard Gerbers Unterlagen zur CJA Schweiz kamen gänzlich ungeordnet ins AfZ. Sie lagen mit Unterlagen zu seiner Tätigkeit in der CJA-Ortsgruppe Bern und weiteren Tätigkeiten zusammen, so dass die aktuelle Ordnung im AfZ vorgenommen wurde. Eine Ausnahme bilden die Unterlagen zu den Israelreisen der CJA Schweiz, die bereits grob geordnet vorlagen. Die von Käthi Frenkel bzw. Lukas Hohl übergebenen Präsidialakten und Akten der Zentralkasse wurden dem AfZ in von den Präsidenten und Zentralkassieren angelegten Ordnern übergeben. Die Ordnungsstruktur der Präsidialakten wurde weitgehend, die Ordnungsstruktur der Zentralkasse vollständig übernommen. Die Präsidialakten, die Akten der Zentralkasse und die CJA-Bulletins waren 2007 von Agnes Hohl, der Schwester von Lukas Hohl, erstmals grob gesichtet und verzeichnet worden. Dieses Verzeichnis ist im AfZ auf Anfrage einsehbar.

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

Deutsch, Englisch, Französisch

Findmittel

2012

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Janine Wilhelm

Vorverzeichnung

Verzeichnis von Agnes Hohl, 15.6.2007

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Präsidialakten
2.: Zentralkasse
3.: Bulletins und Broschüren
4.: Material ab 2001