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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Alhard Gelpke

Zitierung

AfZ: NL Alhard Gelpke

Kurztitel

Gelpke, Alhard

Bestandsname

Nachlass
Dr. iur. Alhard Gelpke
(1894-1989)

Entstehungszeit

 

Umfang

0.70

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Gelpke, Alhard

Geschichte / Biografie

Gelpke, Alhard
16.2.1894-3.11.1989
Dr. iur.

Geb. in Winterthur; Studium der Rechte. Versuche, ein eigenes Advokaturbüro zu betreiben, scheiterten; Vertreter für Staubsauger; verschiedene Gelegenheitsaufträge als Revisor; zeitweise bei der Schweizerischen Verrechnungsstelle in Zürich tätig. 1930 Mitglied der "Neuen Front"; hospitierte bei verschiedenen Parteien. Er schuf sich seine eigene Legende, die ihm Rollen von historischer Bedeutung zuschrieb: so will er in den zwanziger Jahren im Auftrag von amerikanischen Geldgebern, die Hitler finanzierten, die geheime Buchhaltung der NSDAP geprüft und vor und während des Zweiten Weltkrieges als Archivar und Treuhänder von Oppositionsgruppen, die Hitler ermorden wollten, gewirkt haben. Inspiriert wurde seine Phantasie durch Bekanntschaften u. a. mit dem in die Schweiz emigrierten Dr. Wilhelm Abegg (vgl. dessen Nachlass) sowie durch die Lektüre von Zeitungen und Büchern. Als "Geheimarchivar" produzierte er mit Unterstützung seiner zweiten Frau vor allem in den fünfziger Jahren umfangreiche Pseudoakten, die er ergänzt durch einzelne Originalbriefe, Artikel und Schriften als "Abegg-Archiv" ausgab; 1959 verkaufte er dieses für 8'000 Franken über Dr. Michael Kohl der DDR. Weitere Produktionen aus dem "Abegg-Archiv" schenkte er verschiedenen Instituten und Archiven in den USA, in Deutschland und in der Schweiz und sicherte sich so einen Platz in der Geschichte, bis 1980 durch Klaus Urner nachgewiesen wurde, dass das "Abegg-Archiv" eine Fälschung ist. Gest. in Zürich.

Bestandsübernahme

1969 ff.

Bestandsgeschichte

Das AfZ war im Zusammenhang mit Nachforschungen zur Geschichte der politischen Emigration mit Dr. Gelpke in Kontakt getreten und erhielt in Abständen diverse Materialien, darunter auch Schriften und Bücher. Der Umfang der Fälschungen wurde ersichtlich, als er dem AfZ wegen seines Umzuges ins Altersheim den Rest seines Bestandes übergab. Zum Nachlass von Alhard Gelpke gehören auch Korrespondenzen und Unterlagen, die weitere Recherchen zur Rekonstruktion der Biographie ermöglichen.

Literatur

Klaus Urner: "Zehn preussische Polizeioffiziere und das 'Abegg-Archiv'", in: Der Schweizer Hitler-Attentäter. Drei Studien zum Widerstand und seinen Grenzbereichen, Frauenfeld/Stuttgart 1980, S. 131-143.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

KorrespondenzMit in- und ausländischen Archiven betr. "Abegg-Archiv"

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Gesuchspflichtig

Sprache(n)

 

Findmittel

 

Findmittel online

Nein