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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Reine Seidlitz

Zitierung

AfZ: NL Reine Seidlitz

Kurztitel

Seidlitz, Reine

Bestandsname

Nachlass
Reine Seidlitz
(1913-2003)

Entstehungszeit

ca. 1872 - 2003

Umfang

0.75

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Seidlitz, Reine

Geschichte / Biografie

Seidlitz, Reine
26.11.1913-2.1.2003
Krankenschwester, Flüchtlingsbetreuerin, Sozialarbeiterin, Präsidentin der "Helvetas" Zürich

Geb. in Paris; Tochter eines jüdischen Kaufmanns in Paris und Baden (AG) und einer Berliner Musiklehrerin; während des Ersten Weltkrieges kam die Familie aus Frankreich in die Schweiz und kaufte ein Haus in Zürich; nach einem zweijährigen Aufenthalt in Deutschland wurde der Familie trotz anderslautendem früherem Bescheid die Aufenthaltsgenehmigung in Zürich verweigert, worauf sie nach Baden zog; R. Seidlitz erhielt im Gegensatz zu den Eltern die Niederlassungsbewilligung; 1940 Flucht der Eltern vor den Deutschen von Paris nach Savoyen mit der Absicht, in die Schweiz zurückzukehren; trotz Intervention der Tochter bei den Behörden Abweisung an der Grenze; von der Gestapo gefasst, wurden sie im April 1944 in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. - Ausbildung zur Kinder- und Krankenschwester; 1939 beim Roten Kreuz im "Centre Henri Dunant", Genf; Mitarbeit in Auffanglagern für jüdische Mütter und Kinder in Genf und im Wallis; Engagement für jugendliche Flüchtlinge, 1948/49 Verwalterin von zwei Lungensanatorien in Davos, die für Tuberkulosekranke aus Konzentrationslagern eingerichtet worden waren; 1949/50 Begleiterin auf Auswandererschiffen im Auftrag der International Refugee Organisation (IRO), die der UNO-Flüchtlingsorganisation unterstellt war. 1950-1954 Sozial- und Pflegearbeit in Israel; 1954-1960 Mitarbeit in der Privatklinik Dr. Bircher-Benner in Zürich. 1949-1984 im Fürsorgedienst der "Schweizerischen Stiftung für das cerebral gelähmte Kind"; 1962 Auftrag zum Aufbau eines gesamtschweizerischen Sozialdienstes für cerebral Gelähmte; Engagement im "Schweizerischen Berufsverband diplomierter Sozialarbeiter" und im "Schweizerischen Verband diplomierter Schwestern für Wochenpflege, Säuglings- und Kinderkrankenpflege". 1977-1984 Präsidentin der "Helvetas", Sektion Zürich. Nach der Pensionierung in Zürich Engagement u. a. in der Frauen- und Friedensbewegung sowie im sozialen Bereich. Gestorben 2003 in Zürich.

Bestandsübernahme

1994, 1997, 2002

Bestandsgeschichte

 

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieDokumente zur Familiengeschichte (u. a. Recherchen über das Schicksal ihrer nach Auschwitz verschleppten Eltern, Tagebücher ), Tonbandinterview des AfZ 1994, "Survivors of the Shoa"-Interview 1997 (Videoaufnahme) u. a.
TätigkeitSRK 1939-1946, IRO 1949/50, "Die Schweizerische Stiftung für das cerebral gelähmte Kind" 1962-1974, "Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit" 1946-1993, "Helvetas" 1976-1984, sozialpolitische Eingaben an Behörden und Organisationen
PublikationenArtikel 1970-1992 (z.T. autobiographisch)
KorrespondenzVerwandte, IRO, Rudolf Friedrich, Elsbeth Kasser u. a.

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

 

Findmittel

Findmittel des AfZ: 1997, 2005

Findmittel online

Ja

Untereinheiten

1.: Materialien zur Familiengeschichte
2.: Materialien zur persönlichen Biographie
3.: Berufliche Tätigkeit
4.: Mitgliedschaften
5.: Artikel und Eingaben
6.: Sachdossier zur Asyl- und Flüchtlingsfrage