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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Ernst Kaldeck

Zitierung

AfZ: NL Ernst Kaldeck

Kurztitel

Kaldeck, Ernst

Bestandsname

Einzelbestand
Ernst Kaldeck
(1902-1977)

Entstehungszeit

1940 - 2001

Umfang

0.03

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Kaldeck, Ernst

Geschichte / Biografie

Kaldeck, Ernst
1902-1977
Kaufmännischer Angestellter

Geb. in Wien; Beginn eines Volkswirtschafts- und Elektroingenieur-Studiums. 1938 Emigration als jüdischer Flüchtling über Aachen nach Antwerpen; Mai 1940 Flucht nach Frankreich; Internierung in den Lagern St. Cyprien und Gurs; 1942 Flucht vor der drohenden Deportation nach Genf; Internierung in diversen Schweizer Lagern u. a. im Wallis, Büren bei Reigoldswil und Basel; Drainage- und Sprengarbeiten bis zu einer Verletzung; Büroarbeit als Mitarbeiter der Heimleitung; Verantwortung für Verwaltung und Soziales im Heim Beatenberg; Kontakte mit Flüchtlingsorganisationen; 1945 als Delegierter des Heims Beatenberg an der Konferenz für Rück- und Weiterwanderungsfragen in Montreux. 1946 Heirat mit Tilly Cohn (geb. 1914 in Zürich) und Niederlassung in Zürich; gest. in Zürich.

Bestandsübernahme

1994

Bestandsgeschichte

Der vorliegende Einzelbestand von Ernst Kaldeck wurde dem Archiv für Zeitgeschichte von dessen Witwe, Frau Tilly Kaldeck, am 16. Juni 1994 übergeben. Nachlieferungen von 1998 und 2000 ergänzten den kleinen Bestand, der hauptsächlich offizielle Akten in Form von Rundschreiben, Zirkularen und Aufrufen der Polizeiabteilung des EJPD bzw. der Zentralleitung der Heime und Arbeitslager für Flüchtlinge und Emigranten in den Jahren 1940 bis 1945 sowie zur Enquête der Schweiz. Zentralstelle für Flüchtlingshilfe betreffend die Wiederausreise und Repatriierung von Flüchtlingen ab 1944 umfasst. Ebenso finden sich einige Akten und Zeitungsausschnitte zur Flüchtlingskonferenz in Montreux vom Februar/März 1945. Besonders hervorzuheben ist - auch wenn darüber nur wenige Zeugnisse vorliegen - die Eingabe einiger Flüchtlinge aus dem Lager Beatenberg (darunter Wilhelm Fischer) im März 1945 an das EJPD, die sich im Namen der aus Bergen-Belsen kommenden Flüchtlinge gegen eine erzwungene Verlagerung ins Ausland (von H.Rothmund geplant war u.a. eine Verlegung nach Philippeville, Nordafrika) aussprachen und dabei von anderen Flüchtlingen mittels Unterschriftenbogen unterstützt wurden.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieInterview mit Tilly Kaldeck 1994
SachdossiersFlüchtlingspolitik 1940-1947; "Schweizerische Zentralstelle für Flüchtlingshilfe" (Flüchtlingskonferenz von Montreux 1945: Programm, Bericht, Zeitungsartikel); Rundschreiben betr. Rück- und Weiterwanderung von Flüchtlingen; Zeitungsausschnitte 1944/45 u. a.

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, französisch

Findmittel

1994, 2016

Findmittel online

Ja

Untereinheiten

1.: Materialien zur Biografie
2.: Rundschreiben und Referate zur schweizerischen Flüchtlingspolitik 1940-1947
3.: Schweizerische Zentralstelle für Flüchtlingshilfe Zürich (Initiativausschuss für die Rück- und Weiterreise von Flüchtlingen): 1944/1945
4.: Eingabe der Flüchtlinge des Flüchtlingsheimes "Schweizerhof / Beatenberg"
5.: Rundschreiben und Formulare der Polizeiabteilung des EJPD betreffend die Rück- und Weiterreise bzw. Repatriierung von Flüchtlingen und Emigranten, 1944/1945
6.: Diverse Zeitungsartikel und Unterlagen zur schweizerischen Flüchtlingspolitik (1944/45) sowie zum Dauerasyl für ehemalige Flüchtlinge und Emigranten (1947)
7.: Deportierte Juden aus Ungarn/Tschechoslowakei
8.: Diverse Unterlagen