Merkliste anzeigen Detail
Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB GESA-Archiv

Zitierung

AfZ: IB GESA-Archiv

Kurztitel

GESA-Archiv

Bestandsname

Gesellschaft Schweizer Akademiker (GESA)
Historisches Archiv

Entstehungszeit

1935 - 2007

Umfang

0.85

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Gesellschaft Schweizer Akademiker (GESA)

Geschichte / Biografie

Die Gesellschaft Schweizer Akademiker (GESA) wurde am 12. Juli 1936 in Zürich gegründet. Die Initiative zur Gründung kam von einer Gruppe Akademikern, die vormals in der nationalen und internationalen studentischen Arbeit, insbesondere im Verband der Schweizerischen Studentenschaften (VSS), aktiv gewesen waren. Als parteipolitisch und konfessionell neutraler Verein sollte sich die GESA um Aufgaben kümmern, die Hochschulen und Akademikerschaft als Ganzes betrafen und die über die materiellen und personellen Möglichkeiten des VSS hinausgingen. Ebenso war die dezidierte Abwehr frontistischer Tendenzen in der Zürcher Studentenschaft ein zentrales Gründungsmotiv. So setzte sich die GESA statuarisch zum Ziel, "das Verantwortungsbewusstsein der schweizerischen Akademikerschaft gegenüber dem Lande zu stärken und für die Erhaltung und Förderung schweizerischen Kulturgutes im umfassendsten Sinne des Wortes zu wirken." Zudem mass sie "der Vertretung schweizerischen Kulturgutes in den Beziehungen mit dem Ausland besondere Bedeutung" zu (Statuten, Artikel 2 i und ii, Zürich, 12.7.1936). Als erster Präsident der Gesellschaft amtierte dipl. Ing. ETH Jacques Lalive, unter den Gründungsmitgliedern waren u.a. dipl. Ing. ETH Otto Zaugg, Prof. Dr. phil. Georg Thürer und Dr. math. ETH Max Eisenring. Weitere Präsidenten waren u.a. Dr. iur. Hans Bosshardt, Dr. phil. Sigmund Widmer und von 1956-1961 sowie von 1973-2007 Prof. Dr. Walter Rüegg. Die GESA verfügte nie über mehr als 100 Mitglieder. Konkret engagierte sie sich in den 1950er und 1960er Jahren für die Einrichtung einer "Schweizerischen Darlehenskasse für Studierende" und die Reorganisation der Stipendienordnung. Sie nahm im Rahmen der Vernehmlassungsverfahren u.a. Stellung zum Bundesgesetz über die Eidgenössischen Hochschulen, zum Forschungs- und zum Hochschulförderungsgesetz. Weiter gehörten zu ihrem Tätigkeitsgebiet Hilfsaktionen wie diejenige für luxemburgische Studenten (1940) oder für Flüchtlingsstudenten in der Schweiz (1958-1963). Die GESA stand in engem Austausch mit dem VSS: So waren einige Mitglieder des VSS gleichzeitig auch Mitglied der GESA, ebenso war der VSS im Vorstand der GESA vertreten. Das Schweizerische Komitee des World University Service (WUS), das von der GESA und vom VSS zusammen getragen wurde, stellte die Vernetzung auf internationaler Ebene her. Spätestens ab den 1970er Jahren hatte die GESA ihren Charakter als offiziöser hochschulpolitischer Thinktank durch die Entwicklung entsprechender Bundesinstanzen verloren und war auf die Funktion eines Altherrenverbandes reduziert. Ihre offizielle Auflösung erfolgte aber erst am 15. Juni 2007.

Bestandsübernahme

2013

Bestandsgeschichte

Die Akten der GESA wurden vom langjährigen Präsidenten Prof. Dr. Walter Rüegg bei sich zu Hause aufbewahrt und im Jahr 2013 dem Archiv für Zeitgeschichte übergeben. Die Zusammenstellung und Vorordnung wurde durch Jürg Bissegger (ehemaliger Auslandskorrespondent beim Schweizer Radio DRS) beim Bestandesbildner in Villette vorgenommen. Zu einem früheren Zeitpunkt konnte das AfZ bereits den privaten Nachlass von dipl. Ing. ETH Otto Zaugg (Gründungsmitglied GESA) sichern, in dem sich u.a. auch Unterlagen zur GESA aus der Zeit von 1936-1950 befinden. Nebst dem GESA-Archiv übergab Rüegg dem AfZ auch einen Teil seines persönlichen Vorlasses. Dieser ist unter "Nachlässe und Einzelbestände" zu finden und trägt den Bestandesnamen NL Walter Rüegg.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

GeschichteGründungsakten, 40jähriges Jubiläum 1976, Auflösung 2007
GeschäftsaktenStatuten, Jahresberichte, Jahresrechnungen, Protokolle Vorstand, Rundschreiben, Korrespondenz
MitgliedschaftVerzeichnisse, Korrespondenz, Rundschreiben, Mitgliederwerbung
TätigkeitHilfsaktionen, Engagement für eine "Schweizerische Darlehenskasse" und für die Reorganisation des Stipendienwesens, Stellungnahmen zu hochschulpolitischen Themen
NetzwerkUnterlagen zur Zusammenarbeit mit dem Verband der Schweizerischen Studentenschaften (VSS) und zum World University Service (WUS)

Bewertung/Kassation

Nach der Übernahme durch das AfZ wurden keine Kassationen vorgenommen.

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

Deutsch, Französisch, Englisch

Findmittel

2015

Findmittel online

Ja

Sachverwandte Unterlagen

Verwandtes Material

Diverse Bestände des Verbandes der Schweizerischen Studentenschaften (VSS), u.a. im Staatsarchiv Zürich.

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Gaby Pfyffer

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Geschichte
2.: Grundlagen und Organe
3.: Mitgliedschaft
4.: Tätigkeit
5.: Korrespondenz allgemein
6.: Vernetzung
7.: Dokumentation