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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB ZHK-Archiv

Zitierung

AfZ: IB ZHK-Archiv

Kurztitel

ZHK-Archiv

Bestandsname

Zürcher Handelskammer
(gegr. 1873)
Historisches Archiv

Entstehungszeit

1855 - 2014

Umfang

6.10

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Zürcher Handelskammer

Geschichte / Biografie

Zürcher Handelskammer (ZHK)
Gegr. 1873 (bis 1919: Kaufmännische Gesellschaft Zürich)

Die Zürcher Handelskammer wurde am 27.11.1873 auf Betreiben des Börsenvereins Zürich unter dem Namen «Kaufmännische Gesellschaft Zürich» (KGZ) gegründet. Seither vertritt sie die wirtschaftspolitischen Interessen von Unternehmen aller Branchen aus den Kantonen Zürich, Zug und Schaffhausen. Als ihre zentrale Aufgabe definierte die KGZ in ihren Gründungsstatuten die «Förderung von Handel und Industrie». Der Börsenverein und die KGZ bestanden in den ersten Jahren nebeneinander. Im Jahr 1878 wurde der Börsenverein aufgrund der sich überschneidenden Aufgabengebiete der beiden Institutionen aufgelöst und in die KGZ integriert. Seit ihrer Gründung ist die KGZ / ZHK Mitglied beim Schweizerischen Handels- und Industrieverein (SHIV).
In den folgenden Jahren wurden verschiedene Statutenrevisionen durchgeführt, welche die Zuständigkeiten und Aufgaben der KGZ erweiterten und spezifizierten. Am 3. Juli 1919 kam es im Rahmen der dritten Statutenrevision zur Umbenennung der KGZ in «Zürcher Handelskammer» (ZHK). Als wichtige Bereiche für eigene Interventionen definierte die ZHK u.a. die Verkehrspolitik, das (kaufmännische) Bildungswesen, Zoll- und Münzpolitik, bilaterale und internationale Wirtschaftsbeziehungen, Finanzpolitik und Steuerwesen, den Unterhalt eines Schiedsgerichts und den Standort Zürich im Kontext wirtschaftspolitischer Entwicklungen.
Ab 1899 war die ZHK als Ursprungszeugnisstelle für die Kantone Zug, Schaffhausen und Zürich zuständig und unterhielt eine Beglaubigungsstelle. Ferner wurde auf Initiative der ZHK 1923 das Zürcher Zollfreilager bzw. die Zürcher Freilager AG gegründet, um Lagerflächen für die Zwischenlagerung unverzollter Güter zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Verkehrspolitik setzte sich die ZHK für die 1931 erfolgte Gründung der Zürcher Flugplatz-Genossenschaft (später Flughafen-Immobilien-Gesellschaft FIG) ein, deren Verwaltung sie teilweise innehatte und als deren Geschäftsstelle sie eingesetzt wurde. Seit 1911 unterhält die ZHK eine ständige Schiedsgerichtsbarkeit und damit verbunden die Vermittlung bzw. Beratung bei Streitfällen zwischen einzelnen Firmen. Seit 2004 existieren die Swiss Rules of International Arbitration. Diese vereinheitlichten und ersetzten die früheren kantonalen Schiedsordnungen der Industrie- und Handelskammern beider Basel, Bern, Genf, Neuenburg, Tessin, Waadt und Zürich.
Im Börsengebäude Zürich unterhielt die ZHK bis 1980 die sogenannte «Freitagsbörse», ein wöchentlich stattfindendes Treffen verschiedener Vertreter der Textilindustrie und des Textilhandels. Seit den 1970er Jahren organisiert sie zudem – zusammen mit Projektpartnern – die Wirtschaftswochen für Mittelschüler und Mittelschülerinnen im Raum Zürich und Zug.

Das Präsidium der KGZ (später ZHK) besetzten ab deren Gründung: Leonhard Steiner-Cramer (1873–1875); Konrad Bürkli (1876–1882); Conrad Cramer-Frey (1882–1891); Fritz Rieter-Bodmer (1891–1896); Hans Wunderly-von Muralt (1896–1916); John Syz (1917–1935); A. L. Tobler (1935–1941); W. M. Keller-Diethelm (1942–1954); Heinrich Hürlimann (1954–1962); Dr. Hans R. Schwarzenbach (1962–1971); Dr. E. Luk Keller (1971–1986); Dr. Walter G. Diener (1986–1994); Dr. Ulrich Albers (1994–1999); Andreas W. Keller (1999–2006); Peter Quadri (2006–2013) und Dr. Karin Lenzlinger (ab 2013).

(Erste / General)Sekretäre (bis 1942) / Direktoren/innen (ab 1943): Arnold Steinmann-Bucher (1873–1877); Konrad Hirzel (1877-1878); Hans Krey (1878-1879); A. Jegher (1879-1880); Emil Frey (1880–1889); Emil Richard (1890–1924); Hermann Meyer (1925-1939); Dr. Plinio Pessina (1930–1931; mit Hermann Meyer); Dr. Emil Landolt (1932-1941; 1932-1939 mit Hermann Meyer); Dr. Hans U. Schlaepfer (1939–1961; 1939-1941 mit Emil Landolt); Dr. Fritz Honegger (1961-1978); Dr. Max Rüegg (1978–1981); Christian Boesch (1981–2001); Dr. Lukas Briner (2001–2012) und Dr. Regine Sauter (ab 2012).

Bestandsübernahme

2017, 2018

Bestandsgeschichte

Ablieferung A: Die Unterlagen wurden vom AfZ 2017 und 2018 übernommen. Das Geschäftsarchiv ist nicht mehr vollständig, sondern nur in Fragmenten erhalten. Anfang der 1980er Jahre wurde es intern bewertet und die als längerfristig bedeutsam taxierten Akten wurden entweder weiterhin als Papierunterlagen aufbewahrt oder mikroverfilmt (s. Klasse 3, Mikrofilme und Mikrofichen). Die als weniger zentral beurteilten Unterlagen wurden bei dieser Gelegenheit kassiert. Zwischen Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre muss es nochmals zu mindestens einer Mikroverfilmungsaktion gekommen sein. Über die genauen Bewertungskriterien sowie die Verwendung der Mikrofilme innerhalb der ZHK liegen keine Angaben vor. Anlässlich des Büroumzugs 2017 führte die ZHK nochmals eine Bewertung ihrer vorhandenen Papierakten durch. Die als historisch relevant betrachteten Unterlagen wurden dem AfZ übergeben, die restlichen Akten wurden kassiert.

Literatur

- Richard, Emil: Kaufmännische Gesellschaft Zürich und Zürcher Handelskammer, 1873-1923, Zürich: Selbstverlag der Zürcher Handelskammer, 1924, 2 Bände
- Zimmermann, Beat R.: Verbands- und Wirtschaftspolitik am Übergang zum Staatsinterventionismus: dargestellt anhand der Mitwirkung des Schweizerischen Handels- und Industrie-Vereins und der Kaufmännischen Gesellschaft Zürich bei der Ausgestaltung der schweizerischen Aussenhandelspolitik im ausgehenden 19. Jahrhundert, Bern 1980

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

TätigkeitKorrespondenz, Zirkulare / Rundschreiben, Mitteilungsblätter, Berichte, Referatstexte, Publikationen, Schiedsgerichtstätigkeit
ÖffentlichkeitsarbeitJahresberichte
GeschäftsaktenProtokolle (Generalversammlung, Vorstand, Vorstandsausschuss und weitere), Korrespondenz, Mitglieder- und Branchenverzeichnisse
Dokumentationzu diversen wirtschaftsrelevanten Themenbereichen

Bewertung/Kassation

Ablieferung A: Nicht in den Bestand integriert wurden drei Ordner mit Korrespondenz zu den Ersatzwahlen im Zürcher Handelsgericht (1995-2013) sowie Dokumente auf elektronischen Datenträgern, die nicht mehr ausgelesen werden konnten und mutmasslich eine Sicherheitskopie von bereits vorhandenen Daten darstellten.
Daten auf noch lesbarer CD: wurden geprüft und diejenigen Dokumente, die Serien kompletieren, ausgedruckt und als Papierakten in den Bestand integriert.

Ordnung/Klassifikation

Ablieferung A: Der Bestand gliedert sich in zwei Teile: einen analogen Teil mit Papierakten (Klassen 1 und 2) und einen Teil mit Mikrofilmen und Mikrofichen (Klasse 3), welche zum grossen Teil digitalisiert wurden und als PDFs konsultiert werden können. Papier- und Mikrofilm- / Mikrofichen-Unterlagen ergänzen sich. Beispielsweise kann der Beginn einer Protokollserie unter den Mikrofilmen zu finden sein, die Fortsetzung dann aber bei den Papierakten oder umgekehrt. Die Verzeichnung der Mikrofilme und Mikrofichen orientiert sich mit wenigen Ausnahmen an dem von der ZHK 1979-1981 erstellten und danach für die Geschäftsablage so benutzten Registraturverzeichnis. Sowohl die Strukturierung des Materials wie auch die Benennung von Klassen- und Dossiertiteln geben die ursprüngliche Ablageordnung und Bezeichnung der Unterlagen wieder. Das Verzeichnis der ZHK-Registratur ist in der Klasse 3.1. zu finden (Registratur ZHK 1980) und wird bei der Durchsicht von Dossiers der Klasse 3 mit Vorteil mitkonsultiert. Nur vereinzelt wurden Dossiers – beispielsweise bei den Protokollen - zugunsten einer klareren Ordnung verschoben. Der grösste Teil der Dossiers widerspiegelt unverändert die Ordnung und Abfolge der Unterlagen auf den Mikrofilmen und –fichen.
Korrespondenz und Zirkulare sind umgekehrt chronologisch, ein Grossteil der weiteren Akten hingegen chronologisch geordnet. Bei den Aktenserien ergibt sich vor allem für die Protokolle der Direktoren und Sekretäre der kantonalen Handelskammern eine Überlieferungslücke ab 1980, wobei für die Jahre 1989, 1990 und 1992 Protokolle vorhanden sind, jedoch in unterschiedlicher Dichte.

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

Deutsch, Französisch, Englisch

Findmittel

2018, 2019

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Ablieferung A: Deniz Del Priore, Adrian Martin, Gaby Pfyffer, Martina Stähli

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

A.: Ablieferung A (Laufzeit 1855-2014)