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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Friedel Bohny-Reiter

Zitierung

AfZ: NL Friedel Bohny-Reiter

Kurztitel

Bohny-Reiter, Friedel

Bestandsname

Nachlass
Friedel Bohny-Reiter
(1912-2001)

Entstehungszeit

1912 - 2008

Umfang

0,80

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Bohny-Reiter, Friedel

Geschichte / Biografie

Bohny-Reiter, Friedel
20.5.1912-18.12.2001

geboren in Wien; 1914 Evakuierung mit anderen Kindern aus der Hauptstadt; Unterbringung während der Kriegsjahre in Melk an der Donau; Tod des Vaters an der Front; 1919 Rückkehr nach Wien; gelangte mit einem vom Schweizerischen Hilfskomitee organisierten Kinderzug in die Schweiz; Schul- und Ausbildungszeit bei der Pflegefamilie Nägeli-Zöbeli in Kilchberg ZH; Ausbildung zur Kinderkrankenschwester; 1940-1941 Arbeit in Florenz; Anstellung bei der "Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder"; Ankunft im Interniertenlager Rivesaltes bei Perpignan am 12. November 1941; Rettung von zahlreichen Internierten vor der Deportation nach Auschwitz; besonderer Einsatz für die Kinder; Zusammenarbeit mit Elisabeth Eidenbenz für das Mütterheim Elne; Bekanntschaft mit ihrem späteren Ehemann August Bohny, Leiter des Kinderheims Chambon-sur-Lignon; 1942 Schliessung von Rivesaltes; seit Januar 1943 Leitung vom Haus Abric im Kinderheim Chambon-sur-Lignon; Heirat mit August Bohny im März 1944; Rückkehr in die Schweiz nach der Befreiung Frankreichs im Dezember 1944; Mutter von vier Kindern (Jörg, 9.3.1945; Verena, 7.6.1946-20.12.2017; Hans Rudolf, 23.4.1948-1974; Christoph, 31.5.1951-13.03.1997); Aufnahme des Ziehsohnes Ralph Abegg von 1968-1972; Malen von Bildern mit Erinnerungen aus Rivesaltes und diverse Ausstellungen; 1990 Ehrung in Yad Vashem als "Gerechte der Völker"; 1994 Verleihung des Moral Courage Awards; 1993 Veröffentlichung der französischen Übersetzung des Tagebuchs "Le Journal de Rivesaltes"; 1995 Veröffentlichung der deutschen Version "Vorhof der Vernichtung" in Konstanz und erweiterte Neuauflage 2010; 1997 Erscheinen des daraus resultierenden Dokumentarfilms "Le Journal de Rivesaltes"; gestorben in Basel.

Bestandsübernahme

2009, 2017

Bestandsgeschichte

Der Bestand wurde 2009 vom durch Vermittlung von Helena Kanyar übernommen, die den Bestand vorgeordnet hat. 2010 wurden die privaten Fotoalben nachgeliefert. Das biografische Material belegt Friedel Bohny-Reiters Einbürgerung in Kilchberg, ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und ihre Ehrungen und Auszeichnungen für ihren Einsatz während des Zweiten Weltkriegs. Inhaltlicher Schwerpunkt bildet die Dokumentation über das Schaffen von Friedel Bohny-Reiter. Die Veröffentlichung ihres Tagebuches "Vorhof der Vernichtung" aus Rivesaltes 1993 ist durch Korrespondenz mit Privatpersonen und Verlagen, Korrekturarbeiten und Zeitungsartikeln belegt. Der daraus resultierende Film "Le Journal de Rivesaltes" und die Korrespondenz dazu sind ebenfalls im Bestand vorhanden. Neben diesen jüngeren Materialien befinden sich im Nachlass auch Ausweise, Briefe und Dokumente aus der Zeit in Rivesaltes selbst. Besonders eindrücklich ist das Fotoalbum von Friedel Bohny-Reiter aus Rivesaltes, welches im Archiv für Zeitgeschichte digital benutzbar ist. Wenige Fotos daraus stammen vom Fotografen Paul Senn und sind ebenfalls im Fotoalbum von Elsi Ruth vorhanden. Überliefert sind auch Briefe von ehemaligen Internierten an Friedel Bohny-Reiter. Abgerundet wird der Bestand durch Dokumentationsmaterial, welches das Interniertenlager Rivesaltes und das Mütterheim Elne genauer beleuchtet. Darin enthalten ist auch Korrespondenz von Friedel Bohny-Reiters Ehemann August Bohny-Reiter. Er hat seine Frau nach ihrem Tod an öffentlichen Auftritten und Ehrungen vertreten. Der Bestand steht im Zusammenhang mit den Nachlässen von Elisabeth Eidenbenz und Elsa Ruth, die ebenfalls in Frankreich als Flüchtlingshelferinnen tätig waren. Die Materialien wurden bereits von Helena Kanyar verwendet, u.a. für ihre Ausstellung "Die Schweiz und die Fremden" 1997/98, für die Neuauflage des Tagebuchs von Friedel Bohny-Reiter 2010 und für das Buch "Vergessene Frauen" 2010.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieAusweise, Zeugnisse, Einbürgerung, Hochzeit, Fotos, Ehrungen, Ausstellungen, Tod
TätigkeitFlüchtlingshelferin in Rivesaltes, Fotoalbum Briefe und Tagebuch aus Rivesaltes
KorrespondenzElsbeth-Kasser-Stiftung, ehemalige Internierte und Gerettete
PublikationenTagebuch, Buch "Vorhof der Vernichtung", Film "Le Journal de Rivesaltes 1941-42"
DokumentationInternierungslager Rivesaltes, Flüchtlingshelfer, Frankreich im Zweiten Weltkrieg, Maternité Suisse d`Elne, Kinderheim Chambon-sur-Lignon

Bewertung/Kassation

Doppel und Zeitungsartikel wurden kassiert.

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, französisch

Findmittel

2010

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Lea Ingber

Vorverzeichnung

Helena Kanyar

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografisches Material
2.: Flüchtlingshelferin in Frankreich 1941-1944
3.: Korrespondenz
4.: Publikationen
5.: Dokumentationsmaterial