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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Nathan Schwalb Dror

Zitierung

AfZ: NL Nathan Schwalb Dror

Kurztitel

Schwalb Dror, Nathan

Bestandsname

Teilnachlass
Nathan Schwalb Dror
(1908-2004)

Entstehungszeit

ca. 1921 - 1999

Umfang

2.00

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Schwalb Dror, Nathan

Geschichte / Biografie

Schwalb Dror, Nathan
1.4.1908-24.3.2004
Gewerkschafter, Delegierter des Hechaluz und der Histadrut

Geb. in Stanislau (Ostgalizien, Österreich-Ungarn; nachmals Iwano-Franikwsk, Ukraine); Sohn eines Sprach- und Religionsprofessors am dortigen jüdischen Gymnasium und einer Privatlehrerin; Schulbesuch und Maturität. Mitgliedschaft in verbotenen jüdischen Vereinigungen, u. a. "Makkabi Hazair", "Gordonia", und "Hechaluz"; drei Semester Studium der Rechte in Lemberg; 1929 Auswanderung nach Palästina; Beteiligung am Wiederaufbau des von den Arabern zerstörten Kibbuz Chulda; Mitarbeit in der jüdischen Gewerkschaftsbewegung "Histadrut"; 1938/39 "Hechaluz"-Delegierter in Prag und Wien, von wo aus er versuchte, möglichst vielen Juden Auswanderungszertifikate für Palästina zu besorgen; 1939 Teilnahme am letzten Zionistenkongress vor dem Zweiten Weltkrieg in Genf; Aufbau der neuen Weltzentrale des "Hechaluz" in Genf; bis 1945 Unterstützungs- und Rettungsaktionen in Zusammenarbeit mit Saly Mayer vom JOINT und dem Schweizerischen Roten Kreuz; 1941 Erschiessung seines Vaters und seiner Geschwister durch die Gestapo in Stanislaw; 1945 Rückkehr in den Kibbuz Chulda, leitendes Mitglied; ab 1946 Delegierter der "Histadrut"-Gewerkschaft als Verbindungsmann zu diversen Gewerkschaften in Europa; gest. in Tel Aviv.

Bestandsübernahme

1994, 1995, 1997

Bestandsgeschichte

Bei den Akten des Bestandes handelt es sich um einige wenige Originaldokumente zur Tätigkeit der Weltzentralen des Hechaluz in Warschau und Genf sowie überwiegend um Kopien von Originalen verschiedener Provenienz (Bundesarchiv in Koblenz, The Pinchas Lavon Institute for Labour Movement Research in Tel Aviv, "Archives and Museum of the Jewish Labour Movement" in Israel, MF-Bestand des AfZ zum Saly Mayer-Archiv des "Joint" in New York). Zu einem Teil erhielt das Archiv für Zeitgeschichte die Kopien zusammen mit Originalen von Nathan Schwalb Dror persönlich, zu einem andern Teil stammen sie aus dem Hotel Zelthof in Zürich, wo Nathan Schwalb Dror in den siebziger und achtziger Jahren sein Hauptquartier in Europa hatte. Weitere Kopien sind vom AfZ selber an den verschiedenen Provenienz-Orten angefertigt worden. Der Bestand dokumentiert die Lage und das Schicksal des Judentums in Europa in den Jahren 1923-1945 und belegt insbesondere die Rettungstätigkeit des "Hechaluz" während des Zweiten Weltkriegs. Damit bilden die Unterlagen eine wichtige Ergänzung zum Mikrofilmbestand Nathan Schwalb Dror im AfZ sowie zu den verfilmten Materialien aus dem Saly Mayer-Archiv des "Joint", die ebenfalls im AfZ vorhanden sind. Zu der Tätigkeit des Hechaluz in der Nachkriegszeit finden sich ebenfalls Korrespondenz und Berichte. Nathan Schwalb Dror erzählte 1994 im AfZ in zwei ausführlichen Interviews von seinem Einsatz im Hechaluz.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieInterview, Korrespondenz, Fotos
TätigkeitWeltzentrale des "Hechaluz" in Genf 1939-1946 (Korrespondenz mit Mitgliedern der chaluzischen Bewegung in den von den Nazis besetzten Ländern Europas und mit dem "Joint", Berichte über die Lage der Juden in verschiedenen Ländern, Kopien von Berichten aus den Konzentrationslagern Auschwitz/Birkenau,Treblinka und Westerbork); "Hechaluz" in verschiedenen Ländern 1924-1945; "Histadrut"- Nachkriegsmaterialien
PublikationenAuszüge aus Dissertationen über das Wirken des "Hechaluz" in Genf; Kopien verschiedener jüdischer bzw. zionistisch-sozialistischer Zeitungen und Zeitschriften 1927-1938
SachdossiersDokumentation zu Lage und Schicksal des Judentums im Deutschen Reich 1930-1938; Zionismus/Arbeiterbewegung 1928-1983 (u. a. "Liga für das Arbeitende Palästina"); Jiddische Kultur

Bewertung/Kassation

Kopierte Unterlagen betr. Zusammenarbeit Hechaluz mit deutschen und österreichischen Organisationen in der Nachkriegszeit, betr. Pinchas Lavon Institute for Labour Research in Tel Aviv und betr. Entschädigung von Privatpersonen

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, englisch, hebräisch

Findmittel

Findmittel des AfZ: 1994, 1996, 1998, 2000, 2005, 2013

Findmittel online

Ja

Sachverwandte Unterlagen

Verwandtes Material

AfZ: JOINT Saly Mayer Collection; AfZ: LAV III 37A

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Uriel Gast, Ursula Meier, Lea Ingber

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografie
2.: Dokumentation zu Lage und Schicksal des Judentums 1923 - 1945
3.: Zionismus / Arbeiterbewegung
4.: Personen- und Sachdossiers