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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Pritzker-Ehrlich

Zitierung

AfZ: NL Pritzker-Ehrlich

Kurztitel

Pritzker-Ehrlich

Bestandsname

Familienarchiv
Pritzker-Ehrlich

Entstehungszeit

ca. 1801 - 2010

Umfang

2,80

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Pritzker, Marthi

Geschichte / Biografie

Pritzker, Marthi
23.9.1944-9.4.1998

Geb. in Kilchberg, Tochter von Kurt Ehrlich, Jurist, und Eva Ehrlich-Mittler; jüdisch-christliche Familie; Schulen in Zürich; 1964-1975 Geschichtsstudium und Höheres Lehramt an der Universität Zürich. 4.12.1970 Heirat mit Andreas Pritzker, Physiker; 1975-1976 Aufenthalt in Princeton, USA. 1981 Dissertation über Amerika-Auswanderer Michael Schlatter an der Universität Zürich, 1981-1991 Arbeit als Geschichtslehrerin in der Alten Kantonsschule Aarau, 1982 Wahl ins Advisory Board der Swiss-American Historical Society (SAHS), 1991 Austritt aus dem Schuldienst und Tätigkeit als freischaffende Historikerin. Aufarbeitung der jüdisch-christlichen Familiengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Erstellung eines Archivs der Familien Ehrlich, Hoevel, Mittler und Schidorsky. 1993 Veröffentlichung der Publikation "Schweizer Scharfrichterkandidaten 1938/1939", die auf den Recherchen des Schwiegervaters Dr. med. Boris Pritzker über die Bewerber für die letzten Hinrichtungen in der Schweiz beruhte. 1995 Krebsdiagnose, 1997 Herausgabe der zweiten Nachlass-Publikation von Boris Pritzker mit dem Titel "Sehnsucht nach der Erfüllung - Forschungen zu Psychose und Psychopharmaka 1940-1948". 1998 aufgrund einer intensiven Bearbeitung der Familiendokumente Vorbereitung der Veröffentlichung "Jüdisches Emigrantenlos 1938-1939 und die Schweiz - eine Fallstudie" und Vorbereitung der Familiendokumente von 1806 bis zur Gegenwart unter dem Projekttitel "Gestörte Bürgerlichkeit". gest. am 9.4.1998 in Aarau.

Bestandsübernahme

2008-2010, 2016

Bestandsgeschichte

Der Bestand des Familienarchivs Pritzker-Ehrlich ist geprägt durch die wissenschaftliche Tätigkeit der Historikerin Marthi Pritzker-Ehrlich und ist sowohl Familiennachlass als auch Forschungsdokumentation. Der Bestand lässt sich in drei Bereiche einteilen. Erstens liegen Akten betreffend die Familien Ehrlich, Mittler, Schidorsky und Hoevel vor und dokumentieren den Alltag und die Schwierigkeiten einer jüdisch-christlichen Familie im Europa des 20. Jahrhunderts. Die Materialien sind nach Familienzweig geordnet und wurden von Marthi Pritzker-Ehrlich und ihrem Mann Andreas Pritzker sehr detailliert erschlossen. Ein Verzeichnis dieser Auflistung findet sich im Bestand. Die Unterlagen umfassen biografische Dokumente, Fotos, Korrespondenz und Publikationen der einzelnen Familienmitglieder, wobei sich die Materialien auf die Familie Ehrlich-Mittler konzentrieren. Briefe zwischen den Verwandten in Zürich, Berlin und Wien während des Nationalsozialismus zeichnen die Lebenssituation der Involvierten nach. Der zweite Bereich des Bestandes widmet sich der Person Marthi Pritzker-Ehrlich und enthält biografische Materialien und Unterlagen zu ihrer beruflichen Tätigkeit. Schwerpunkt dieses Bereichs bildet die Forschungsdokumentationen von Marthi Pritzker-Ehrlich zu ihren zahlreichen Publikationen. Die Originale ihrer Tagebücher und ihrer persönlichen Korrespondenz wurden donatorenseits vernichtet, nach Anfertigung einer auszugsweisen, überarbeiteten Transkription des Tagebuchs bzw. nach erfolgter Digitalisierung der Korrespondenz. Der dritte Bereich umfasst den Nachlass von Boris Pritzker-Kamer, Psychiater und Schwiegervater von Marthi Pritzker-Ehrlich. Neben den biografischen Unterlagen und seiner beruflichen Tätigkeit in verschiedenen psychiatrischen Kliniken ist vor allem seine Forschungsarbeit über die Schweizer Scharfrichterkandidaten interessant. Diese Unterlagen befanden sich zuvor im Staatsarchiv Aargau. Boris Pritzker führte mit den knapp 130 Bewerbern in St. Gallen und Zug Gespräche über ihre Motivationen und erstellte zu jedem Kandidaten ein Dossier mit dessen Bewerbung und einem Rapport über das Gespräch. Diese Unterlagen wurden von Marthi Pritzker-Ehrlich erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet und stellen noch heute einen kaum ausgewerteten Quellenbestand dar. Die Originalfamilenfotos (Dossier 56) wurden donatorenseits nach erfolgter Digitalisierung vernichtet.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

KorrespondenzKorrespondenz zwischen Familienmitgliedern Ehrlich, Mittler, Hoevel, Schidorsky
BilddokumenteFotos der Familien Ehrlich, Mittler, Hoevel, Schidorsky
PublikationenPublikationen einzelner Familienmitglieder und der Historikerin Marthi Pritzker-Ehrlich
ArbeitsdokumentationMaterialien der Historikerin Marthi Pritzker-Ehrlich zu ihren Publikationen
Materialien von Psychiater Boris Pritzker über seine Forschung betr. die Schweizer Scharfrichterkandidaten 1938/1939

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

Die ursprüngliche Ordnung von Marthi Pritzker-Ehrlich und Andreas Pritzker wurde beibehalten. Die Konsultation der Vorverzeichnisse (VE 1) ist daher hilfreich für eine detailliertere Übersicht.

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

deutsch, englisch

Findmittel

2012, 2016

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Noëmi Sibold, Lea Ingber, Marion Stutz

Vorverzeichnung

Marthi Pritzker-Ehrlich, Andreas Pritzker

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Verzeichnisse
2.: Familienarchiv Ehrlich-Hoevel-Mittler-Schidorsky
3.: Marthi Pritzker-Ehrlich
4.: Boris Pritzker-Kamer