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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Dietrich Schindler

Zitierung

AfZ: NL Dietrich Schindler

Kurztitel

Schindler, Dietrich

Bestandsname

Nachlass
Prof. Dr. iur. Dietrich Schindler sen.
(1890-1948)

Entstehungszeit

ca. 1854 - 1949

Umfang

9.25

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Schindler, Dietrich sen.

Geschichte / Biografie

Schindler, Dietrich sen.
3.12.1890-10.1.1948
Prof. Dr. iur.

Geb. in Zürich, reformiert, von Mollis GL und Zürich; ältester Sohn des Dietrich Schindler (1856-1936), Generaldirektors der Maschinenfabrik Oerlikon, und der Anna Schindler-Huber (1867-1934); Geschwister: Gertrud (1893-1978, verheiratete Hämmerli), Werner (1895-1947) und Hans (1896-1984). 1921 Heirat mit Gisela Amsler (1898-1986), Tochter von Dr. Alfred und Frida Amsler-Rauschenbach, Schaffhausen; Kinder: Dorothee (1923-1947), Dietrich jun. (1924-2018, Prof. für Völkerrecht, Europarecht, Staats- und Verwaltungsrecht Universität Zürich), Charlotte (geb. 1928, verheiratete Zollikofer) und Alfred (1934-2012, Prof. für Kirchen- und Dogmengeschichte Universität Zürich).
Ab 1909 Rechtsstudium in Zürich, Leipzig und Berlin, 1916 Promotion, 1921 Habilitation; 1921/22 Studienaufenthalt in den Vereinigten Staaten. 1921 Privatdozent, 1927 Extraordinarius und 1936 Ordinarius für Staats- und Verwaltungsrecht, später auch für Völkerrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Zürich. Langjähriger Rechtsberater des Bundesrats, Autor zahlreicher Rechtsgutachten zu staatsrechtlichen und insbesondere für das EPD zu völkerrechtlichen Fragen, die sich aus den Spannungen zwischen der Schweiz und den kriegführenden Parteien während und nach dem Zweiten Weltkrieg ergaben. Oberst im Militär, 1922 Eintritt in die Militärjustiz, 1936-1939 Präsident des Divisionsgerichts 7b. 1939-1942 im Stab des Generaladjutanten der Armee Oberstdivisionär Ruggero Dollfus, 1942-1945 Mitglied des Stabs von Bundesrat Eduard von Steiger für die Presseüberwachung.
1925-1926 Mitglied des Grossen Stadtrats von Zürich als Vertreter des Freisinns, ab 1928 für eine Amtsdauer des Zürcher Kantonsrats und 1928-1938 der Kirchenpflege Zollikon; Vorstandsmitglied u.a. der FDP des Kantons Zürich und der Schweizerischen Völkerbundsvereinigung, Mitglied der Internationalen Union der Völkerbundsvereinigungen / Union internationale des associations pour la Société des Nations (UIASDN); 1933 Präsident der Gesellschaft Neue Schweizer Rundschau; 1936 Präsident der Koordinationskomitees für höhere internationale Studien und Mitglied der Conférence permanente des hautes études internationales; 1938 Präsident des Vorstands der Summer School of European Studies, welche 1939 und dann wieder 1946/47 akademische Ferienkurse in Zürich veranstaltete; 1940 Präsident des Verwaltungskomitees der NZZ, dem er seit 1924 als Ersatzmann und ab 1930 als ordentliches Mitglied angehörte; 1940 Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Swiss-American Society for Cultural Relations; 1943 Mitbegründer des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung; 1946 Delegierter an den Verhandlungen zum Washingtoner Abkommen, Berufung in ein Expertengremium bzw. eine Konsultativkommission des Bundesrats zur Prüfung der Frage eines Beitritts der Schweiz zur UNO und Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK; 1947 Vorstandsmitglied der neu gegründeten Liberalen Weltunion. Gest. in Zürich.

Bestandsübernahme

1993, 1999, 2006, 2007, 2011

Bestandsgeschichte

Der Nachlass wurde von Dietrich Schindler jun. in seinem Heim in Zollikon aufbewahrt und im Hinblick auf die geplante Biografie über seinen Vater vorgeordnet und verzeichnet. Nach deren Erscheinen hat er den Bestand in den Jahren 2006/07 dem AfZ übergeben; 2011 folgte noch eine umfangreiche Nachlieferung. Bereits in den 1990er Jahren gelangte ein kleiner Kopienbestand ins AfZ (v.a. Gutachten); nach erfolgtem Abgleich wurden die auch im Original vorhandenen Kopien kassiert.

Literatur

Schindler, Dietrich (jun.): Ein Schweizer Staats- und Völkerrechtler der Krisen- und Kriegszeit. Dietrich Schindler (sen.), 1890-1948, Zürich: Schulthess, 2005, 216 S.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieAusweise, Tagebücher, Unterlagen zu Studium und Militär, Heirat und Familie, Biografie und Familiengeschichte, Kondolenzschreiben und Nekrologe, Fotos
TätigkeitLehrtätigkeit: Universität Zürich (Vorlesungen, Korrespondenz u.a. mit Doktoranden);
Universitäre Programme, Institutionen und Organisationen: Projekt für ein Institut für Internationale Studien, Zürich (auch Studienreise USA 1938); Summer School of European Studies, Zürich; Institut international de philosophie du droit, Rom; Conférence permanente des hautes études internationales u.a.;
Ausseruniversitäre Tätigkeit: Gutachten v.a. für Armee und Bundesbehörden zu völkerrechtlichen und staatspolitischen Fragen; Stab Bundesrat von Steiger für die Presseüberwachung 1942-1945; Kontroverse mit Viktor Bruns betr. Wirtschaftspolitik und Neutralität; Washingtoner Abkommen 1946; Internationale Streitfälle und Vergleichskommissionen
MilitärMilitärjustiz: Urteile 1914-1939
MitgliedschaftIKRK, NZZ-Verwaltungskomitee, Neue Schweizer Rundschau, Swiss-American Society for Cultural Relations, Union internationale des associations pour la Société des Nations (UIASDN) / International Federation of League of Nations Societies (IFLNS), Konsultativkommission betr. Frage eines Beitritts der Schweiz zur UNO, Liberale Weltunion
Publikationen und ManuskripteMonographien zu staats- und völkerrechtlichen Fragen, Artikel und Beiträge, Referate und unpublizierte Arbeiten, Notizen u.a. betr. "Staatspolitische Stichworte"
KorrespondenzFamilienangehörige: Gisela Schindler-Amsler (Ehefrau), Dietrich und Anna Schindler-Huber (Eltern); Dietrich jun., Charlotte und Alfred Schindler (Kinder) u.a.;
Willy Bretscher, Walther Burckhardt, Felix Calonder, Fritz Fleiner, Hans Frölicher, Zaccaria Giacometti, Max Huber, Max Imboden, Werner Kägi, NZZ-Redaktion, Max Petitpierre, Eidg. Politisches Departement, Jean Rudolf von Salis, Georges Sauser-Hall, Andreas von Sprecher, Carl Schmitt, Urs Schwarz, Eduard von Steiger, Paul Vogt, Heinrich Wölfflin u.a.
DokumentationPresseausschnittdossiers zu völkerrechtlichen Fragen, v.a. im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg

Bewertung/Kassation

Die übernommenen Unterlagen wurden integral archiviert. Ausgeschieden wurden nur vereinzelte dokumentarische Unterlagen ohne ersichtlichen Bezug zum Bestandsbildner.

Ordnung/Klassifikation

Die von Dietrich Schindler jun. für grosse Teile des Bestands vorgenommene Vorordnung wurde soweit möglich beibehalten (Dossiers 1-408). Die nicht vorgeordnete Nachlieferung von 2011 (Dossier 409-602) wurde in die bestehende Klassenstruktur integriert.
Die einzelnen Vorlesungsdossiers (Manuskripte) wurden in der überlieferten inneren Ordnung belassen. Bei den dokumentarischen Dossiers wurden die überlieferte Titel und die Struktur in der Regel unverändert übernommen.

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

Deutsch, Französisch, Englisch

Findmittel

Findmittel des AfZ: 1999, 2006, 2009, 2019

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Christoph Manasse, Simone Koller

Vorverzeichnung

Vorverzeichnung: Dietrich Schindler jun.

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografie
2.: Universitäre Tätigkeit / Lehrtätigkeit
3.: Ausseruniversitäre Tätigkeit
4.: Publikationen und Arbeiten
5.: Korrespondenz