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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Elsa Lüthi-Ruth

Zitierung

AfZ: NL Elsa Lüthi-Ruth

Kurztitel

Lüthi-Ruth, Elsa

Bestandsname

Nachlass
Elsa Lüthi-Ruth
(1909-2005)

Entstehungszeit

1909 - 2006

Umfang

0.40

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Lüthi-Ruth, Elsa

Geschichte / Biografie

Geb. 20.3.1909 in St. Gallen, gest. 17.8.2005 in Vechigen (BE), von Linden (BE). Tochter des Ruth, Johann Paul und der Hedwig Fanny geb. Schmidheini. Nichte von Max Ruth, Adjunkt der Polizeiabteilung im Eidg. Justiz- und Polizeidept. 1952 Heirat mit Ernst Lüthi (1908-1959). Nach der Sekundarschule in Luzern besuchte sie die dortige Handelsschule und erlangte 1927 das Handelsdiplom. Zunächst arbeitete Elsa Ruth als Sekretärin in Luzern (1927) und in Genf (1928). Es folgten Aufenthalte in Paris (1929) und in London (1930). 1931-1934 Ausbildung zur Krankenschwester in Luzern, Zürich und Bern. Danach reiste sie 1934 in die USA. 1935-1937 war Elsa Ruth im Ospedale Internationale in Neapel tätig. Bei der allg. Mobilmachung 1939 meldete sie sich zum Frauenhilfsdienst (FHD). 1940-1944 arbeitete Elsa Ruth für die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder (SAK), ab 1942 Schweizerisches Rotes Kreuz, Kinderhilfe. Gemeinsam u. a. mit Elisabeth Eidenbenz und Elsbeth Kasser war sie zunächst in der Maternité Suisse in Elne (F) tätig. Ab Mitte Sept. 1940 bis Juni 1941 in Auch (F), wo sie während der Abwesenheit des Stelleninhabers auch die Direktion der Schweizerischen Delegation der Kinderhilfe in der Südzone inne hatte. Juli 1941 bis ca. Juli 1942 im Internierungslager in Rivesaltes (F). Zusammenarbeit u. a. mit Emma Ott und Friedel Bohny-Reiter. Ab Aug. 1942 in Cruseilles (F). Dort gründete und leitete Elsa Ruth bis zu ihrem Austritt aus dem SRK im Okt. 1944 die Krankenstation im Château des Avenières. Nach Kriegsende wirkte sie für die Schweizer Spende für die Kriegsgeschädigten und leitete bis 1952 das Kinderheim Beau Soleil in Gstaad. Ab 1952 bis zum Tod ihres Mannes 1959 u. a. Mitarbeit in dessen Schreinereibetrieb. 1960 bis zur Pensionierung 1969 Leitung des Rekonvaleszentenheims der Inselheim-Stiftung in Bern.

Bestandsübernahme

2009

Bestandsgeschichte

Der Nachlass umfasst neben biografischem Material (Lebenslauf, Schul- und Arbeitszeugnisse, Persönliche Ausweise und Dokumente, Ehrenurkunden, usw.) v. a. Unterlagen zur Tätigkeit von Elsa Lüthi-Ruth als Krankenschwester für die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes während des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Internierungslagern in Frankreich u. a. in Rivesaltes. Schwerpunkt des Bestandes bilden jedoch die insgesamt sechs persönlichen Fotoalben, welche ihre Jugend- und Ausbildungszeit, aber auch die Tätigkeit für die Kinderhilfe, SRK zeigen. In einem der Alben finden sich Kontaktabzüge von Paul Senn, der 1942 die Arbeit der Flüchtlingshelfer- und helferinnen in mehreren Fotoreportagen dokumentiert hat. (Vgl. www.paulsenn.ch). Weitere Fotos zum Werdegang und zur Arbeit von Elsa Lüthi-Ruth sind als Einzelfotos abgelegt.
Der Nachlass von Elsa Lüthi-Ruth wurde von Dr. Helena Kanyar vorgeordnet und dem Archiv für Zeitgeschichte (AfZ) vermittelt. Die Zusammenstellung und Beschriftung der Einzelfotos erfolgte von Dr. Helena Kanyar in Zusammenarbeit mit Verena Schaffner-Lüthi. Das Material wurde u. a. für die Ausstellung "Die Schweiz und die Fremden. 1798-1848-1998", Öffentliche Universitätsbibliothek Basel 1998 und für die Publikation Kanyar, Helena (Hg.): Vergessene Frauen. Humanitäre Kinderhilfe und offizielle Flüchtlingspolitik 1917-1948, Basel 2010 verwendet.

Literatur

- Schmidlin, Antonia: Die andere Schweiz. Helferinnen, Kriegskinder und
humanitäre Politik 1933-1942, Zürich 1999
- Senn, Paul: Bist du ein Mensch... so fühle meine Not. Lest in Gesichtern! Ein Bildbericht von der Tätigkeit des schweizerischen Hilfswerks in südfranzösischen Kinderheimen und Flüchtlingslagern, in: Schweizer Illustrierte Zeitung, Zofingen, Jg. 31 (Nr. 9/25.2.1942), S. 261-265
- [Senn, Paul]: Das Zeitalter des Fortschritts. Die Hölle auf Erden, in: Der Aufstieg, Bern, (Nr. 18/5.6.1942), S. 420-421, S. 423
- Kanyar, Helena (Hg.), Vergessene Frauen. Humanitäre Kinderhilfe und offizielle Flüchtlingspolitik 1917-1948, Basel 2010

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografiePersönliche Ausweise und Dokumente, Schul- und Arbeitszeugnisse, Lebenslauf, Ehrungen
TätigkeitUnterlagen zur Tätigkeit für die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes während des Zweiten Weltkriegs in verschiedenen Internierungslagern und Flüchtlingsheimen in Frankreich, u.a. in Elne, Rivesaltes und Cruseilles.
KorrespondenzInselheim-Stiftung Bern
BilddokumentePersönliche Fotoalben der Kinder- und Jugendzeit sowie der Ausbildung zur Krankenschwester und der Tätigkeit für die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes. Diverse Einzelfotos u.a. von späteren Treffen ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderhilfe, u.a. Maurice Dubois, Ellen Dubois, Elisabeth Eidenbenz, Elsbeth Kasser, Rösli Näf, Rodolfo Olgiati, Emma Ott.

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

deutsch, französisch, spanisch

Findmittel

2011

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Philippe Oggier

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografisches Material
2.: Tätigkeiten
3.: Fotos