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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Eduard Geilinger

Zitierung

AfZ: NL Eduard Geilinger

Kurztitel

Geilinger, Eduard

Bestandsname

Nachlass
Eduard Geilinger
(1912-1973)

Entstehungszeit

ca. 1939 - 1973

Umfang

1.00

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Geilinger, Eduard

Geschichte / Biografie

Geilinger, Eduard
5.7.1912 - 5.12.1973
Dr. phil., NZZ-Auslandskorrespondent

Geb. in Winterthur, reformiert, von Winterthur; ältester von fünf Söhnen des Eduard Geilinger, Industriellen (Stahlbau- und Schlossereiunternehmen Geilinger & Co), und der Alice Geilinger geb. Schneider; unverheiratet. 1931-1937 Studium der Geschichte in Basel, Zürich, Wien und Exeter. 1937-1939 als freier Journalist in Paris, u.a. für die "Basler Nachrichten". 1939/1940 Aktivdienst. Ab Herbst 1940 bis zu seinem frühen Tod Auslandskorrespondent unter dem Kürzel E.G. für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ); 1940-1941 zunächst in Vichy, dem Sitz des Regimes von Marschall Pétain; 1941-1945 in Berlin bis zum Zusammenbruch des Dritten Reichs; Mai bis Juni 1945 Heimschaffung via Moskau, Baku und Ankara; November 1945 bis Oktober 1946 in Nürnberg als Berichterstatter von den Kriegsverbrecherprozessen; Ende Oktober 1946 bis August 1951 erneut in Berlin mit Unterbrüchen; Februar und April 1948 in Nürnberg anlässlich von zwei Nachfolgeprozessen; November 1948 bis Januar 1949 Vertretung des NZZ-Korrespondenten in Rom; August bis September 1950 und April bis Juli 1951 Vertretung des NZZ-Korrespondenten in Bonn; September 1951 bis September 1955 in Bonn, von wo er infolge von Differenzen mit der Chefredaktion über seine Berichterstattung abberufen wurde; Januar 1956 bis Mai 1971 in Rom, von wo aus er auch die Ferienvertretung des NZZ-Korrespondenten in Kairo übernahm; Juni 1971 bis Dezember 1973 in Moskau. Gest. in Moskau, wo er einem Herzschlag erlegen ist.

Bestandsübernahme

2016, 2017

Bestandsgeschichte

Der Nachlass blieb nach dem Tod Geilingers vorerst in seinem Elternhaus in Winterthur. Etwa in den 1980er Jahren kam der Bestand zu Ulrich Geilinger, einem Bruder des Aktenbildners, nach Küsnacht. Nach dessen Tod gelangten die Unterlagen 2016 zu Diethelm Geilinger, einem Neffen des Aktenbildners, welcher den Nachlass grob vorgeordnet und danach dem AfZ übergeben hat.
Der insgesamt sehr substantielle Bestand weist einzelne Lücken auf: Aus der Berliner Zeit 1941-1945 ist von Geilinger selbst nur Korrespondenz mit seinen Angehörigen, aus der Römer Zeit sind gar keine selbst verfassten Briefe erhalten. Aus der Moskauer Zeit ist nur ein einziger geschäftlicher Brief überliefert. Seine NZZ-Beiträge aus Berlin in der zweiten Jahreshälfte 1942 fehlen ebenfalls.

Literatur

Schneider Oliver: Eduard Geilinger, NZZ-Korrespondent in Vichy, Berlin, Rom und Moskau, in: Winterhthurer Jahrbuch 2019, Winterthur 2018, S. 158-163.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografiePresseartikel, Würdigungen und Fotos 1954-1974; Schweizer Pässe 1944-1960; Aktivdienst: Urkunden 1944/1967; Geburtstagsansprache 1972; vor seinem Hinschied verfasste Beiträge für die NZZ 1973 (Manuskripte)
Tätigkeit"Souvenirs" aus der Zeit als Auslandskorrespondent für die NZZ: Vichy 1940-1941, Berlin 1941-1945 und 1946-1951, Bonn 1951-1955, Rom und Ferienvertretung in Kairo 1955-1971, Moskau 1971 (u.a. Presseausweise, Bescheinigungen, Einladungen, diverse Objekte); Fotoserien zu Presseanlässen in Krakau und Warschau 1944; Berichterstattung zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess und zu Nachfolgeprozessen für die NZZ und die Schweizerische Depeschenagentur 1945-1948 (Bescheinigungen, Reservationen); Abberufung von Bonn 1955 (Stellungnahmen, Korrespondenz, Presseecho); Fotos in öffentlichem und privatem Rahmen aus Bonn, Rom und Moskau 1954-1971
KorrespondenzBeruflicher / privater Briefwechsel 1940-1969 (u.a. mit Willy Bretscher, Peter L. Burckhardt, Thomas Dehler, Albert Ebbeke, Theodor Gut, Rudolph P. Hafter, Theodor Heuss, Waldemar Hoeffding, Franz Kappeler, Ernst Lemmer, Dietrich Mende, Eric Mettler, Albert Müller, Lev Prchala, Margot von Quednow, Max Schnetzer, Ernst Schröder, Urs Schwarz, Gerhard Graf von Schwerin, Ando Seeberg, Hans E. Tütsch, Alfred Zehnder, J. F. Zwicky); Briefwechsel mit Angehörigen 1940-1965
Vorträge, ReferateReferate 1949-1973, u.a. zum Ende des 2. Weltkriegs in Berlin und zur italienischen Nachkriegspolitik (Typoskripte)
PublikationenPresseartikel in der NZZ 1939-1955; Dissertation: Rezensionen 1939-1940

Bewertung/Kassation

Mit Ausnahme einzelner dokumentarischer Unterlagen ohne direkten Bezug zum Bestandsbildner und blossen Glückwünschen zum Jahreswechsel wurde der Bestand integral archiviert.

Ordnung/Klassifikation

Die Erschliessung erfolgte möglichst auf der Basis der vorhandenen Vorordnung. Die Korrespondenz wurde in ihrer chronologischen Ordnung belassen, auf eine Umordnung nach Korrespondenzpartnern wurde verzichtet.

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

Deutsch

Findmittel

2017

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Werner Hagmann, Markus Schüpbach

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografie
2.: Tätigkeit als Auslandskorrespondent der NZZ
3.: Korrespondenz (beruflich und privat)
4.: Manuskripte und Publikationen