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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB humem-Archiv

Zitierung

AfZ: IB humem-Archiv

Kurztitel

humem-Archiv

Bestandsname

humem
Gedächtnis der humanitären Schweiz
Archiv
(2006-2011)

Entstehungszeit

ca. 1928 - 2013

Umfang

9.85

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Verein humem, Gedächtnis der humanitären Schweiz, Archiv für Zeitgeschichte

Geschichte / Biografie

Verein humem
Gedächtnis der humanitären Schweiz
Archiv
(1967-2012)

Der vom Filmemacher Frédéric Gonseth präsidierte Verein humem wurde am 26.11.2006 in Lausanne mit dem Ziel gegründet, zur humanitären Tätigkeit der Schweiz seit 1945 ein audiovisuelles Archiv aufzubauen. Dazu wurden Interviews mit 75 zufällig ausgewählten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen durchgeführt, welche für Organisationen und Aktionen in den Bereichen humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit oder Menschenrechte im Feld resp. im Ausland tätig waren. In ausführlichen Oral-History-Interviews wurden diese Akteurinnen und Akteure über ihre Erinnerungen und Erfahrungen befragt. Die Interviews wurden als Videos aufgezeichnet. Zusätzlich wurden ergänzende audiovisuelle Materialien zu den einzelnen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zusammengetragen; dazu gehören z.B. Digitalisate einzelner Fotos und Videoaufnahmen von Objekten. Aus dem produzierten Material wurde die audiovisuelle Wanderausstellung "Die andere Seite der Welt / L'autre côté du monde" gestaltet, die zwischen 2011 und 2012 durch die Schweiz tourte.
Der Verein humem steht in personeller Kontinuität zum Verein "Archimob – Archives de la mobilisation / Archiv der Mobilmachung", dessen Ziel es war, die Erinnerungen der Aktivdienst-Generation festzuhalten. Wie später im humem-Projekt wurden Oral-History-Interviews durchgeführt und aufgezeichnet, welche daraufhin in Büchern, Dokumentarfilmen und der Ausstellung "L'Histoire c’est moi" ausgewertet wurden.

Bestandsübernahme

2011, 2013, 2014, 2016

Bestandsgeschichte

Der Teilbestand "Zeitzeugenanlässe des Archivs für Zeitgeschichte" umfasst Tondokumente und Interviews, die vom Archiv für Zeitgeschichte hergestellt wurden. Die Tondokumente stammen von sechs Zeitzeugenbegegnungen mit Gymnasial- und Berufsschulklassen, welche das AfZ im Rahmen des Jubiläumsanlasses 50-Jahre-DEZA im Herbst 2011 durchführte.
Im Mai 2013 wurde vom Verein humem der Teilbestand "Zeitzeugenprojekt humem" bestehend aus den Videointerviews sowie dem Vereinsarchiv übernommen. Im Vereinsarchiv finden sich auch Unterlagen zur Wanderausstellung, insbesondere der an der Ausstellung gezeigte Film-Lern-Pfad "Kaleidoskop". Da die Interaktivität des Film-Lern-Pfades nicht erhalten werden kann, wurden die 13 Lern-Pfade durch das Archiv für Zeitgeschichte abgefilmt und als einzelne Videos erschlossen.
Der Teilbestand "Materialien der Zeitzeugen" enthält Dokumente aus dem Besitz der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, welche dem Archiv auf Anfrage in den Jahren 2013/14 überreicht wurden. Dort finden sich Fotos, Korrespondenz, persönliche Berichte und Dokumentationsmaterial zum Einsatz im Ausland, welche die Interviews ergänzen. Die von humem interviewten Zeitzeugen Fritz Berger, Annemarie Spahr, Martin Menzi und Peter Hunziker übergaben dem Archiv für Zeitgeschichte Materialien in einem solchen Umfang, dass aufgrund von Menge und Inhalt der Bestände jeweils einzelne Nachlässe gebildet wurden.

Literatur

Gull, Thomas / Schnetzer, Dominik: Die andere Seite der Welt. Was Schweizerinnen und Schweizer im humanitären Einsatz erlebt haben, Baden 2011, 240 S.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

TondokumenteZeitzeugenbegegnungen mit Schulklassen
FilmdokumenteInterviews Zeitzeugenprojekt humem
Vereinsangelegenheiten und -geschichteProtokolle, Korrespondenz, Statuten, Drucksachen
PersonendossiersMaterialien der Zeitzeugen: Korrespondenz, Berichte, Fotografien

Bewertung/Kassation

Die Tondokumente der Zeitzeugenbegegnungen mit Schulklassen im AfZ sind eine wertvolle Ergänzung zu den eigentlichen Videointerviews des Vereins humem. Indem die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein zweites Mal über die Erlebnisse und Erfahrungen im Feld, resp. im Ausland erzählen, ergeben sich Ergänzungen und Präzisierungen. Die Dokumente aus dem Privatbesitz der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ergänzen sowohl die Videointerviews als auch die Tondokumente der Zeitzeugenbegegnungen. Das Vereinsarchiv wurde integral übernommen und erschlossen. Einzig die von humem angelegte Forschungsdokumentation zur humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit wurde kassiert, da sie lediglich Literaturlisten, Zusammenfassungen, Artikel sowie fremdproduzierte Fotos und Videos umfasste.
Bei der Klasse 3. Materialien der Zeitzeugen fanden kleinere Kassationen statt. Diese betreffen den Teilbestände Sigrid Joss-Arnd, Heinrich Jaggi, Annick Tonti, Verena Fiechter, Paul von Moos, Sylvie Giossi-Caverzasio, sowie Alfred und Sylvia Frischknecht. Kassiert wurden Materialien, welche entweder keinen direkten Zusammenhang zur Entwicklungszusammenarbeit aufwiesen oder keinen historischen Mehrwert für die Bestände darstellten. Zum letzteren Fall gehören vor allem Fotografien und Dias, welche ähnliche Motive abbilden oder als Touristenfotos zu beschreiben. Diese bilden vor allem Kulturstätten, Landschaften und Personen ab, welche keinen direkten Zusammenhang zur Entwicklungszusammenarbeit haben.

Ordnung/Klassifikation

Der Bestand besteht aus drei Teilen. Hauptbestand ist das eigentliche humem-Archiv. Dieses enthält einerseits die Videointerviews und andererseits die institutionellen Unterlagen des Vereins humem. Die Zeitzeugenbegegnungen, welche das Archiv für Zeitgeschichte im Rahmen des Jubiläums 50-Jahre-DEZA herstellte, wurden aufgrund des Provenienzprinzips als separater Teilbestand erfasst. Aus den ergänzenden persönlichen Unterlagen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des humem-Projekts wurde ein weiterer Teilbestand gebildet.
In den Langtiteln der Interview-Klassen, welche bei einer Recherche jedoch nicht abgesucht werden, finden sich biografische Angaben zu den Zeitzeugen. Die Angaben in den Feldern Beschreibung und Verweis der Interview-Dossiers wurden von humem erfasst und auch mit der vorgegebenen Interpunktion übernommen; sie wurden nur teilweise sprachlich bereinigt und inhaltlich gekürzt. Allfällige Abkürzungen wurden hier nicht ausgeschrieben. Die Zusammenfassungen sind nach Timecodes auf Zehntelsekunde genau gegliedert, wobei Beginn und Ende mit dem Timecode 00:00:00.0 markiert sind. Im Feld Verweis sind von humem vergebene Schlagworte zu geografischen Orten, Personen und Themen aufgelistet. Die Signaturen der Interview-Dossiers entsprechen der von humem verwendeten Laufnummer für die Zeitzeugen. Über diese Nummer sind alle von humem angelegten Dokumente identifizierbar (Interview Videobänder, Protokolle und Transkriptionen).

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch, englisch

Findmittel

2011

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Jonas Arnold, Sonja Vogelsang, Franziska Diener, Silja Haffter, Daria Zanni, Adrian Jacobi

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Teilbestand: Zeitzeugenprojekt humem "Gedächtnis der humanitären Schweiz"
2.: Teilbestand: Zeitzeugenanlässe des Archivs für Zeitgeschichte (AfZ) 2011
3.: Teilbestand: Materialien der Zeitzeugen