Merkliste anzeigen Detail
Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Harald Föhr

Zitierung

AfZ: NL Harald Föhr

Kurztitel

Föhr, Harald

Bestandsname

Einzelbestand
Harald Föhr
(1925-2015)

Entstehungszeit

1925 - 2013

Umfang

0.20

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Föhr, Harald

Geschichte / Biografie

Föhr, Harald
28.1.1925-7.9.2915
Schauspieler, Handelsreisender, Fernmeldeassistent

Geb. in Berlin (amtliche Vornamen: Harald Richard), römisch-katholisch (seit 1990 Bahaí), Sohn des Richard, Kaufmanns, und der Emma Mathilde geb. Schütte, Opernsängerin mit dem Künstlernamen Waldtraut Waldeck. 1961 Heirat mit der Iranerin Farah geb. Afiatpour, Opernsängerin. 1928 in St. Gallen, 1931-1933 in Zürich wohnhaft, 1933 Rückkehr nach Berlin zusammen mit Mutter und Geschwistern; 1935-1941 Besuch des Realgymnasiums; 1941-1943 Ausbildung an der Schauspielschule am Staatstheater am Gendarmenmarkt in Berlin (Bühnenname: Harald Föhr-Waldeck). 1. März 1943 Wohnung bei erstem alliiertem Grossangriff auf Berlin ausgebombt. 22. April 1943 Tod des Bruders Lothar infolge einer Erkrankung an Fleckfieber, das er sich im Kriegsdienst in Russland zugezogen hatte. Juni 1943 erstes Theaterengagement in Karlsbad (Reichsgau Sudetenland). 30. September 1943 Einberufung in den Militärdienst, zunächst zur fünfwöchigen Grundausbildung nach Bayreuth, dann zur weiteren Ausbildung nach Valjevo in Serbien (18 Wochen); "Bandeneinsatz" (Partisanenbekämpfung) in Zvornik (5 Wochen). 1. April bis 28. August 1944 zum Reserve-Offiziers-Bewerber-Lehrgang nach Laun an der Eger (Protektorat Böhmen und Mähren) abkommandiert; 1.9.1944 Beförderung zum Unteroffizier, ab 12. September 1944 Fronteinsatz in Ungarn als Gruppenführer-Unteroffizier. 1. Februar 1945 Beginn der Offiziers-Ausbildung in der 7. Infanterie-Fahnenjunker-Schule in Milowitz bei Prag; 20. April 1945 Beförderung zum Leutnant. 1. Mai 1945 Einsatz bei Marienbad (Reichsgau Sudetenland). 9. Mai 1945 Gefangennahme durch sowjetrussische Truppen nach einem Feuergefecht bei Rícany (deutsch Ritschan) südöstlich von Prag; Verlegung nach Prag, dann nach Pirna bei Dresden. 15. September 1945 Abtransport nach Russland, 17. Oktober 1945 Ankunft im Auffang- und Entlassungslager Tscherepowez; 25. Mai 1946 Verlegung ins Arbeitslager Wologda; Einsatz im Strassenbau und in einem Eisenbahninstandsetzungswerk; Erkrankung an Bauchtyphus. 1. April 1948 Verlegung nach Sokol (Papierfabrik), danach Ernteeinsatz beim Dorf Woronina. Oktober 1948 Rückverlegung nach Tscherepowez. 18./19. März 1949 Heimkehr-Transport nach Frankfurt / Oder. 28. März 1949 Ankunft in Berlin-Tempelhof. 1950-1959 weitere Theatertätigkeit in Ost- und Westdeutschland und in Klagenfurt. 1959 Engagement am Stadttheater Bern; Übersiedlung in die Schweiz, 1973 eingebürgert. 1959-1983 Handelsreisender, 1984-1991 Fernmeldeassistent bei der PTT in Zürich. Nach der Pensionierung u.a. 1998-2010 Auftritte als Pianist im Bahnhof-Restaurant "Da Capo" in Zürich. Ab 1994 mehrere Reisen nach Russland in die Region Wologda. Rege Vortragstätigkeit zu seinen Erlebnissen in der Kriegsgefangenschaft. Gest. in Zürich.

Bestandsübernahme

2010-2013

Bestandsgeschichte

Der kleine Bestand dokumentiert Föhrs Kriegsdienst in der Wehrmacht und insbesondere seine Kriegsgefangenschaft im europäischen Teil Russlands (nicht in "Sibirien", wie er oft schreibt), einerseits aufgrund der wenigen erhaltenen zeitgenössischen Dokumente, anderseits durch aus dem Rückblick entstandene Unterlagen. Hinzu kommen einzelne ausgewählte Dokumente zur Biografie und zu seiner Tätigkeit als Schauspieler.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieLebenslauf, Ausweise, Entnazifizierungs-Fragebogen u.a.
TätigkeitTheater, Kriegsdienst in der Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion und deren Aufarbeitung im Rückblick

Bewertung/Kassation

Unterlagen ohne unmittelbaren Bezug zum Kriegsdienst und zur Kriegsgefangenschaft wurden grösstenteils nicht übernommen. Beim Donator belassen wurden auch persönliche Erinnerungsgegenstände aus der Zeit der Kriegsgefangenschaft (Armbanduhr und Siegelring: beides erfolgreich vor dem Zugriff der Aufseher versteckt; Messer, gebastelt von einem Mitgefangenen).

Ordnung/Klassifikation

 

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

Deutsch, Russisch

Findmittel

2013

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Werner Hagmann

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Biografie
2.: Kriegsdienst in der Wehrmacht
3.: Sowjetische Kriegsgefangenschaft
4.: Rückblick und Aufarbeitung der Kriegsgefangenschaft