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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

NL Max Leo Keller

Zitierung

AfZ: NL Max Leo Keller

Kurztitel

Keller, Max Leo

Bestandsname

Nachlass
Dr. rer. pol. Max Leo Keller
(1897-1956)

Entstehungszeit

1929 - 1968

Umfang

0.05

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Keller, Max Leo

Geschichte / Biografie

Keller, Max Leo
22.8.1897-13.2.1956
Dr. rer. pol.

Geb. in Zürich, katholisch, von Aarau, Sarmenstorf und Olsberg; Sohn des Franz Alexander und der Frieda geb. Reif, Urenkel des Augustin Keller; verheiratet mit Clara Kunz. Besuch des Technikums Winterthur; Studium in Zürich, Darmstadt und Bern, 1931 Promotion. 1922-1929 als Elektroingenieur in Amerika; nach der Rückkehr in die Schweiz Beratungsingenieur in der Privatindustrie; 1932-1939 Leiter der Zentralstelle für die Einführung neuer Industrien des Kantons Bern; 1939 Wirtschaftsberatungsbüro in Zürich. Seit 1933 aktiver Frontist; 1938/39 Verwaltungsratspräsident der "Neuen Basler Zeitung"; Artikel in den "Nationalen Heften" und den "Schriften der Nationalen Front"; frontistischer Theoretiker des Korporationenstaates. Juni 1940 gemeinsam mit Rolf Henne, Ernst Hofmann, Heinrich Wechlin, Hans Oehler und Alfred Zander Mitbegründer der "Nationalen Bewegung der Schweiz" (NBS). Kontakte mit deutschen Diplomaten in Zürich und Bern. Sept. 1940 Empfang bei Bundespräsident Marcel Pilet-Golaz; Sept. / Okt. 1940 Treffen mit Rudolf Hess während eines Deutschland-Aufenthaltes. Nov. 1940 Verbot der NBS durch Bundesratsbeschluss. 1941 Flucht nach Deutschland, wo er sich um die zerstrittenen Organisationen der Schweizer Nationalsozialisten bemühte; Generaldirektor der REIMAHG (Düsenflugzeugwerk); 1944 Gründer des "Bundes der Schweizer Nationalsozialisten" in Deutschland. 1945 Verhaftung bei der versuchten Einreise in die Schweiz; 1946 Strafverfahren vor dem Divisionsgericht 6 wegen Verrats militärischer Geheimnisse; 1948 Prozess wegen Landesverrats vor dem Bundesstrafgericht mit Verurteilung zu 12 Jahren Zuchthaus. Bemühungen um Haftentlassung aus Lenzburg und ab 1950 aus Regensdorf. Gest. in Birmensdorf.

Bestandsübernahme

1968, 1971

Bestandsgeschichte

Frau Clara Keller-Kunz, die Witwe von Max Leo Keller, übergab am 26.9.1968 der Arbeitsgruppe für Zeitgeschichte Akten aus dem Nachlass von M. L. Keller, die im Doppel oder mehrfach vorhanden waren. Nicht ausgehändigte Originalakten konnten bei Frau Keller zu Hause an zwei Terminen (17.9.1968, 15.10.1968) verfilmt werden (2 Filmrollen). Ein kleiner Rest weniger relevanter Dokumente wurde nicht mehr aufgenommen.
Am 18.1.1971 erhielt die Arbeitsgruppe für Zeitgeschichte die Aufforderung, die erhaltenen Akten zurückzugeben. Diese Wende ging auf eine Verstimmung seitens Frau Keller zurück, die aus der Publikation des sog. Bonjour-Berichtes herrührte. Sie unterstellte der Arbeitsgruppe, Edgar Bonjour oder anderen Personen Einsicht in die abgegebenen Akten gewährt zu haben, was aber nicht zutreffend war.
Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, gab die Arbeitsgruppe die einst geschenkten Doppel zurück und behielt nur die Dreifachexemplare; die zurückgegebenen Unterlagen wurden vorgängig am 23.3.1971 verfilmt.
Den Schwerpunkt des vorliegenden Bestandes bilden Materialien im Zusammenhang mit dem Landesverratsprozess von 1948. Vorhanden sind Prozessunterlagen, Rechtsfertigungsschriften und vor allem auch Korrespondenzen zwischen Max Leo Keller und seinem amtlichen Verteidiger Dr. Leonardo Gander. Zur frontistischen Tätigkeit liegen nur sehr wenig Belege vor.

Literatur

 

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

BiografieBeruflicher Lebenslauf, Prozess vor dem Bundesstrafgericht von 1948 (Prozessunterlagen, Korrespondenzen, Rechtfertigungsschriften u. a.), Elektrizitätswirtschaft (Korrespondenz)
Publikationenzur schweizerischen Energiewirtschaft (1929, 1931)

Bewertung/Kassation

 

Ordnung/Klassifikation

Die beiden Mikrofilme entstanden während drei Verfilmungssitzungen, an denen jeweils mehrere Aktentranchen verfilmt wurden. Die einzelnen Tranchen wurden mit einem Deckblatt versehen und nummeriert. Die Nummerierung weist jedoch teilweise Lücken oder fehlerhafte Beschriftungen auf: So sind von der Sitzung am 17.9.1968 fünf Tranchen mit den Deckblattnummern 1, 5, 7, 8, 9 vorhanden, von der Sitzung am 15.10.1968 vier Tranchen mit den fortlaufenden Nummern 10, 11, 12, 13 und von der Sitzung am 23.3.1971 sechs Tranchen mit den Nummern 1, 3, 4, 5, 6, 7.
Durch die z.T. grossen Abstände zwischen den Sitzungen wurden gewisse Dokumente mehrfach fotografiert. Ein detaillierter Abgleich zwischen den verschiedenen Verfilmungssitzungen wurde nicht vorgenommen. Die Mikrofilme wurden 2012 digitalisiert.

Zugang

Benutzbarkeit

Frei

Sprache(n)

Deutsch

Findmittel

2000, 2017

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Regina Gehrig, Sonja Vogelsang

Vorverzeichnung

 

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

1.: Materialien zu Biographie und Bestand
2.: Berufliche Tätigkeit als Ingenieur
3.: Politische Tätigkeit (Frontenbewegung)
4.: Strafverfahren / Landesverratsprozess 1948