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Bestand

Identifikation

Bestandssignatur

IB Swisscontact-Archiv

Zitierung

AfZ: IB Swisscontact-Archiv

Kurztitel

Swisscontact-Archiv

Bestandsname

Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit
(Swisscontact)
Historisches Archiv
(gegründet 1959)

Entstehungszeit

1956 - 2012

Umfang

52.10

Laufmeter

Kontext

Provenienz

Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit

Geschichte / Biografie

Die Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungshilfe wurde am 6.5.1959 in Zürich mit dem Ziel gegründet, die Ressourcen der Privatwirtschaft für Projekte in der Entwicklungshilfe zu gewinnen. 1971 erfolgte dann die Umbenennung in Swisscontact - Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit. Die Leitung von Swisscontact besteht einerseits aus dem Stiftungsrat, welcher sich aus Persönlichkeiten der Politik und Privatwirtschaft zusammensetzt, und andererseits aus dem Geschäftsführenden Ausschuss (heute Stiftungsratsausschuss); diesem oblag in der Anfangszeit die Planung und Durchführung der Projekte in Entwicklungsländern. Mit zunehmendem Ausbau der Tätigkeitsbereiche verschob sich die Verantwortung für das Tagesgeschäft hin zur Geschäftsstelle, während der Stiftungsrat und dessen Ausschuss nun mehr beratend wirkten. Die Stiftung widmete sich zunächst der Berufsausbildung in Asien und Afrika (ab 1960) sowie in Lateinamerika (ab 1966). Dazu gehörte auch ein Stipendiatenprogramm (ab 1978), welches Berufsausbildnern aus Entwicklungsländern einen Studienaufenthalt in der Schweiz ermöglichte. Später wurde die Projekttätigkeit auf die Bereiche Gewerbeförderung (ab 1981), Ökologie (ab 1993), Mikrofinanz (ab 1995) und Unternehmensberatung (ab 1996) ausgeweitet. 1979 erfolgte die Gründung des Senior Expert Corps (SEC), welches pensionierte Schweizer Berufsfachleute für Beratungseinsätze an KMU's in Entwicklungsländern vermittelt. Zur Unterstützung von Projektfinanzierungen gründete Swisscontact 1972 zusammen mit Helvetas die Swiss Company for International Development (SCID). Um den Austausch mit Gönnern, Firmen und öffentlichen Stellen in der Romandie zu verbessern, wurde 1993 als zweite Geschäftsstelle das Groupement Romand in Genf errichtet. 1998 folgte die Gründung der Swisscontact Services AG, welcher u.a. bei der Akquisition von Fördermitteln ausserhalb der DEZA eine unterstützende Funktion zukam. Zur Förderung der Aktivitäten von Swisscontact in Deutschland wurde 2006 die Swisscontact Germany gGmbH gegründet. Die Stiftung Swisscontact arbeitet in ihren Projekten mit verschiedenen nationalen und internationalen Entwicklungshilfe-Akteuren zusammen und erhält seit 1965 Projektbeiträge des Bundes.

Bestandsübernahme

2011, 2013, 2018

Bestandsgeschichte

Im Zuge der Vorbereitungen zum Jubiläum 50 Jahre Swisscontact wurde überlegt, wie das historische Geschäftsarchiv langfristig gesichert und der Forschung zugänglich gemacht werden könnte. 2008-2010 übernahm ein externer Archivdienstleister im Auftrag von Swisscontact die Erfassung und grobe Erschliessung vor Ort. 2011 wurde der vorgeordnete Bestand dem Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich als Schenkung übergeben. Im August 2012 schenkte Peter Gloor (ehemals Stiftungsrat und Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses) dem Archiv für Zeitgeschichte seine Handakten zur Helvetas sowie zur Gründungszeit von Swisscontact, welche in einer eigenen Klasse in das Swisscontact-Archiv eingegliedert wurden. Ebenfalls 2012 wurden private Unterlagen von Anne-Marie Im Hof-Piguet (ehemals Stiftungsrätin und Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses) zur Entwicklungshilfe und ihrer Tätigkeit für Swisscontact in den Bestand eingegliedert; diese stammen ursprünglich aus dem Nachlass Anne-Marie Im Hof-Piguet. Im Oktober 2013 wurde dem Archiv für Zeitgeschichte aufgrund eines Umzugs der Geschäftsstelle eine Nachlieferung übergeben. Diese umfasste neuere Projektakten sowie alle noch vorhandenen Einsatzdossiers des Senior Expert Corps (SEC). 2017 erhielt das AfZ zudem einen Auszug aus der SEC-Einsatzdatenbank.

Literatur

Diener, Franziska: Die Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungshilfe (Swisscontact) 1956-1971. Entwicklungszusammenarbeit der Schweizer Privatwirtschaft, unveröffentlichte Lizenziatsarbeit, Zürich, April 2012, 150 S.
Michel, Stefan: 50 Jahre Swisscontact. Zürich, 2009, Broschüre, 37 S.

Inhalt und innere Ordnung

Bestandsinhalt

GeschäftsaktenGründungsakten, Protokolle und Korrespondenz zu Stiftungsrat und Geschäftsführendem Ausschuss, Statuten, Jubiläen
TätigkeitUnterlagen betr. Projekte in Entwicklungsländern, Betreuung von Stipendiaten, Einsätze des Senior Expert Corps (SEC)
OrganisationenUnterlagen zur Zusammenarbeit mit schweizerischen und internationalen Entwicklungshilfe-Akteuren
Audiovisuelle DokumentationFotos und Filme von Projekten und internen Anlässen
HandaktenPeter Gloor, Anne-Marie Im Hof-Piguet

Bewertung/Kassation

Das historische Geschäftsarchiv wurde bis zum Jahr 2010 fast integral übernommen, nicht übernommen wurden lediglich die Akten zur Buchhaltung und zum Personalwesen. Der Bestand dokumentiert die Gründung und Entwicklung der Stiftung sowie ihre Tätigkeiten umfassend. Besonders umfangreich sind die Unterlagen zur Projekttätigkeit in Entwicklungsländern. Neben Papierakten ist auch eine reichhaltige Sammlung von audiovisuellen Quellen erhalten (v.a. Fotografien und Filme). Beim Schriftgut wurden lediglich Doppel ausgeschieden, während die Fotos hinsichtlich ihrer Qualität, Aussagekraft und Metadatierbarkeit bewertet wurden. Der Fotobestand wurde dadurch von ca. 8 Lfm. auf ca. 4 Lfm. reduziert. Bei der Nachlieferung wurden die Projektakten fast integral übernommen und in den Bestand eingeflochten. Aus der Nachlieferung der SEC-Einsatzdossiers wurden jeweils Einsatzberichte und Verträge sowie die Einsatzkorrespondenz behalten. Die Unterlagen betr. Spesenabrechnungen und Finanzierung wurden kassiert, die Einsatzkorrespondenz summarisch geprüft und rein administrative bzw. informative Unterlagen kassiert.

Ordnung/Klassifikation

Bei der Übernahme 2011 war der Bestand durch einen externen Archivdienstleister grob vorerschlossen; das entsprechende Findmittel entsprach einer Ordnung, die sich an den Bedürfnissen eines in Gebrauch stehenden Geschäftsarchivs orientierte. Nach der Erschliessung auf Dossierebene 2011-2012 entschied das AfZ, den Bestand zu restrukturieren, um die Benutzung zu vereinfachen. Der Bestand wurde in drei Kapitel gegliedert, welche die Haupttätigkeiten der Stiftung abdecken, nämlich die Stiftungstätigkeit, die Projektarbeit in Entwicklungsländern sowie die Zusammenarbeit mit weiteren Entwicklungshilfe-Akteuren. Im Findmittel wurde zur Kennzeichnung von begründeten Vermutungen das Zeichen [?] verwendet. Dies kommt vor allem bei den Foto-Dossiers häufig vor, da dort die Metadaten oft unzureichend sind.
Die 2013 nachgelieferten Dokumente wiesen viele Überschneidungen mit dem bereits erschlossenen Bestand auf und wurden daher nachträglich in die bestehende Struktur eingeflochten. Im Gegensatz zu den Fotos des Senior Expert Corps SEC (vgl. Klasse 2.7), die 2011 mangels Einsatzberichten relativ umfassend übernommen, nach Ländern gegliedert und detailliert erschlossen wurden, wurde bei den 2013 nachgelieferten SEC-Einsatzdossiers auf eine detaillierte Erschliessung verzichtet. Die Einsätze wurden vielmehr in Sammeldossiers analog zur bestehenden Ordnung nach Einsatzländern und Branchen verzeichnet. Weil manche Einsätze auch mehrere Länder betrafen, entsteht durch die Ordnung nach Ländern eine gewisse Unschärfe. In diesen Fällen wurde nämlich das gesamte Einsatzdossier nur einem – zumeist dem ersten besuchten - Land zugeordnet. Zur gezielten Recherche nach Personen, Einsatzländern, Branchen u.a. dienen zwei Tabellen in Klasse 2.7.5.: ein Auszug aus der SEC-Einsatzdatenbank sowie eine darauf beruhende Tabelle, die während der Erschliessung vom AfZ aufgrund der vorgefundenen Einsatzdossiers laufend aktualisiert wurde. Es stellte sich heraus, dass nicht zu jedem im Auszug der SEC-Einsatzdatenbank aufgelisteten Einsatz ein Dossier vorhanden ist, vermutlich wurden gewisse Einsätze storniert oder nicht dokumentiert.

Zugang

Benutzbarkeit

Teilweise Gesuchspflichtig

Sprache(n)

Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch

Findmittel

2014, 2018

Findmittel online

Ja

Verzeichniskontrolle

Bearbeitung im AfZ

Sonja Vogelsang, Mirjam Schreiber, Franziska Diener, Martina Stähli

Vorverzeichnung

2010

Findhilfsmittel

 

Untereinheiten

A.: Ablieferung A (Laufzeit: ca. 1956-2012)